Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 





“Das




Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 12 Antworten
und wurde 600 mal aufgerufen
 Sylence
Sylence Offline

Aktiver



Beiträge: 199

31.01.2007 18:00
Gravierend Zitat · antworten
Gravierend

Verborgene Wunden bewahr’n den Schein
Unverletzlich, rein, in sich perfekt,
Fast feengleich, gibt sie vor zu sein
Längst verschieden, im Endeffekt.

Mit Funkelnd’ Aug’ dringt sie tief ein
Entschlafen: all Kummer und Gram
Erlösend, nicht nur für Fleisch und Gebein:
Die Welt so lodernd und warm

Beäugt die Schnitte: „Ich, allein?“
Treuest’ Begleiter: verschlackte Narben
„Ich werd’ mein Heiland selber sein,
Begehre Schmerz, will mich dran laben“


Keine andres Glück kann dies entfachen
Solch süße Qualen geben Halt
Und sie vermochte wieder zu lachen
Doch ihr Herz blieb eisigkalt







Um Missverständnisse komplett auszuräumen, nein ich selbst leide nicht unter dem Wahn der Selbstverstümmlung und ich kann auch nicht verstehen wie man sich an schmerzen ergötzen kann, doch es gibt einige Menschen die glauben zu wissen das dies der einzig richtige weg ist.
Einer dieser Menschen ist meine ehemalige beste freundin, der ich dieses gedicht widmen möchte.

Sunwind ( Gast )
Beiträge:

31.01.2007 19:41
#2 RE: Gravierend Zitat · antworten

Hey Lorina
Wirklich ein sehr schönes aber auch ein zum Nachdenken anregendes Gedicht. Ich denke man kann auf solche Probleme und Krankheiten, wie du es nennst "Wahn der Selbstverstümmlung", nicht genug hinweisen und darauf aufmerksam machen.

Beäugt die Schnitte: „Ich, allein?“
Treuest’ Begleiter: verschlackte Narben


Vor allem diese Stelle hat mich berrührt. Ich freue mich auf weitere Gedichte

Lg Sundwind

hinrich* Offline

Hausfreund/in



Beiträge: 803

31.01.2007 21:22
#3 RE: Gravierend Zitat · antworten



Liebe Lorina,

da möchte ich gerne etwas mehr wissen:

"Verborgene Wunden bewahren den Schein" - .... den Feenschein ?
"längst verschieden" - .... alles vorbei ?
"Mit funkelnd Aug' dringt sie tief ein" - .... wo hinein ?
Ist die 3. Strophe die Erklärung ? - .... Suizid ?
"Sie vermochte wieder zu lachen - doch ihr Herz blieb eisigkalt" - .... nicht mehr erreichbar ?

Dein Gedicht spiegelt eine Tragödie,
doch der Spiegel ist matt, sehr matt !
Du verlierst Deine "beste" Freundin
und - ich glaube - hast sehr darunter gelitten ! - ? -

Diese Schilderung muß ich erst einaml sacken lassen.
Verzeih, daß ich so viele Frage stelle.

Liebe Grüße

Hinrich

Sylence Offline

Aktiver



Beiträge: 199

01.02.2007 19:59
#4 RE: Gravierend Zitat · antworten

lieber hinrich,

man hätte das Gedicht besser verstehen können, wenn ich ein Photo dazu hineingestezt hätte,
aber ich hab das irgenwie nich geschafft (technisch bin ich nich so auf der höhe).

Verborgene Wunden bewahr’n den Schein
den schein, dass alles in Ordnung ist das es ihr gut geht obwohl sie am liebste sterben möchte

Längst verschieden...


Dies soll nur andeuten, dass sie nur noch ein schatten ihrer selbst ist, aber noch lebt, also ist sie auf eine zwischenmenschliche art und weise gestorben

"Mit funkelnd Aug' dringt sie tief ein
also es gibt viel Leute bzw. Teenager , die sich ritzen um ihren Kummer zu vergessen, das heißt sie nehmen sich Rasierklingen oder andere scharfe Gegenstände und dringen damit in die haut ein so das später narben entstehen
es hört sich absurd an, jedoch gibt es solche Menschen, denn dadurch das sie den schmerz spüren fühlen sie sich lebendig
Sie vermochte wieder zu lachen - doch ihr Herz blieb eisigkalt
wenn sie den schmerz am meisten spüren fühlen diese Leute sich erlöst und es gibt nichts Schlechtes mehr.
Danach sind sie fröhlich bzw. glücklich
-einige eine halbe stunde
-einige einen tag
-andere sogar nur eine minute
das kommt auf den menschen an,
aber innerlich ist alles eisig und gefroren

So ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen

Ganz liebe grüße und vieln dank fürt dein interesse

lorina



Ich betrink mich ohne Maß
Sieht keiner hin, ess ich das Glas auf
Ich mach nur den Geiern noch Spaß
Und ich beiß deinen Namen ins Gras

Wicht Offline


Treue Seele



Beiträge: 1.533

01.02.2007 22:53
#5 RE: Gravierend Zitat · antworten

Hallo liebe Sylence!
Dein Gedicht und deine Gedanken in ihnen hast Du sehr gut umgesetzt;Respekt!!
Du beschreibst eine Erkrankung mit der ich beruflich sehr viel zu tun habe sie heißt:Borderline
Diese Menschen fügen sich Schmerzen/ritzen sich/verletzen sich zur Druckentastung,es geht ihnen danach besser,auch wenn es im ersten Moment sehr schwer zu verstehen ist,da ist professionelle Hilfe wichtig,eine Therapie kann da einiges helfen und lindern,doch der Weg dorthin ist für die Betroffenen oft sehr schwer und lang,die Dunkelziffer dieser Erkrankung ist hoch!
LG
Frank

hinrich* Offline

Hausfreund/in



Beiträge: 803

02.02.2007 00:28
#6 RE: Gravierend Zitat · antworten


Liebe Lorina,

danke für Deine erklärenden Worte.
Es ist schrecklich, daß es in unserer Gesellschaft immer
mehr Menschen gibt, die aufgrund geringer und oftmal
fehlender Liebe oder auch bewußten Liebesentzugs bis
zur Selbstaufgabe absacken.

Man begegnet heutzutage - vor allem in den Zentren der
Großstädte - immer mehr Menschen mit ausdruckslosen
Gesichtszügen, oft ungepflegt und ausgemergelt und
reagiert - leider - mit Unverständnis. - Man verhält
sich vielleicht auch hochnäsig und arrogant. -

Du appellierst mit Deinem Gedicht ein wenig an unser
Gewissen - ich muß gestehen, auch an meines. Mit
diesen tragischen Schicksalen gehen wir (und damit
meine ich vor allem uns Ältere) um, wie mit alltäglichen
Gegebenheiten und vergessen, daß es Ursachen gibt, die
wir alle - direkt oder indirekt - mitverursachen.
Mitverschulden durch, unser stupides Konsumverhalten,
unsere Übersättigung, unsere brutale Interessenlosigkeit.

Es ist gut, daß Du mit Deinem Gedicht auf eines der
vielen Problem aufmerksam machst - wenn auch nur in
diesem kleinen Forum. Ich nehme es als Anstoß und hoffe,
daß es viele so auffassen und es nach draußen tragen.

Es ist sicherlich recht wenigen "Mitmenschen" bewußt,
daß diese unglücklichen Kreaturen unserer Hilfe bedürfen
und - wie es Frank anmerkt - mit entsprechenden Therapieen
helfen kann und helfen muß; aber nicht nur mit nüchterner
Therapie - mit Liebe müssen wir ihnen begegnen.

Wer sagt zu diesen "Ertrinkenden" bedingungslos: "ich liebe dich" - ? -
Wer läßt sie ganz nah an sich herankommen - ohne Vorwürfe -
ohne Fragen ! - nur mit offenen Armen, offenen Augen, mit Wärme.

Ich freue mich, daß es dieses Forum gibt, über das ich mit vielen
lieben, sensiblen Leuten Kontakt habe, der diesen offenen
Gedankenaustausch ermöglicht.

Liebe Grüße

Hinrich



Sylence Offline

Aktiver



Beiträge: 199

02.02.2007 15:08
#7 RE: Gravierend Zitat · antworten

Lieber Frank,

vielen dank für dein lob, es ehrt mich besonders, da du ja selber viel mehr kontakt zu personen mit dieser Erkrankung hast!
Ich selbst könnte mir nicht vorstellen, den betroffenen zu helfen, da ich schon nervlich am ende war, als es meine freundin betroffen hat.
Deshalb möchte ich dir meine Bewunderung aussprechen, da ich es unheimlich toll und auch wichtig finde was du tust.
Was mich noch interessiern würde: was bist du denn dann von beruf?

ganz liebe grüße

Lorina



"Sehnsüchtig grüsst der, der ich bin, den, der ich sein könnte."
-Dostojewski-

sieghild ( Gast )
Beiträge:

04.02.2007 21:25
#8 RE: Gravierend Zitat · antworten

lorina,dein gedicht ist sehr gut geschrieben
und deine worte haben mich sehr beeindruckt.
poetisch sehr gut ausgeführt und der lesende
sieht eine scala von emotionen ablaufen.

Sylence Offline

Aktiver



Beiträge: 199

05.02.2007 12:24
#9 RE: Gravierend Zitat · antworten
@sieka: vielen lieben dank, ich freue mich immer über kritik, besonders wenn sie so positiv ausfällt

@Hinrich: Du musst dich doch nicht bedanken, ich finde es ist selbstverständlich , dass man seine werke
erläutern sollte!!!

Wow ich freue mich, dass dich mein gedicht so zum nachdenken angeregt hat, besonders, weil es mir aufgrund meiner freundin sehr wichtig ist.

Ich habe damit versucht die frage des warums zu verstehen, da ich nicht nachvollzeihen konnte warum sie das tut.
Gleichzeitig hatte ich mir auch vorwürfe geamacht, denn sie hätte natürlich auch mit mir sprechen können und nicht erst um aufmerksamkeit zu bekommen diese schrecklichen dinge tun.
Aber genau das macht ja die krankheit aus und mittlerweile denke ich es vertsanden zu haben auch wenn ich es natürlich weiterhin in keinster weise toleriere!

Deine Beiträge zu diesem thema waren sehr kraftspendend ,weil ich gemerkt habe , dass du die intention des gedichtes verstanden hastund diese menschen nicht verurteilst!

Ganz liebe grüße

Lorina



"Sehnsüchtig grüsst der, der ich bin, den, der ich sein könnte."
-Dostojewski-

Stefanie Offline

Treue Seele



Beiträge: 1.347

06.02.2007 19:36
#10 RE: Gravierend Zitat · antworten

Super geschrieben, liebe Sylence.
Ich habe einen Freund, der das gleiche Schicksal hat.
Ich habe gemerkt, es gibt eigentlich keinen vernünftigen Grund, warum
sie es tun - so hat es mein Freund mir bestätigt.
Nach monatelangen Gesprächen hat sich aber herausgestellt, daß er es
oft dann getan hat, wenn er sich zurückgesetzt fühlte, mißverstanden, ungerecht behandelt..
und weil er ein ganz lieber Mensch ist, konnte er sich verbal nicht besonders gut wehren,
und er meinte: "Bevor ich dem falschen weh tu, tu ich mir selbst weh"
Somit war es Fremd und Eigenbestrafung in einem.
Es gibt auch noch keine ausreichenden Forschungsberichte darüber.
Die einzige Möglichkeit ist, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Schön, daß Du Dich mit diesem Thema auseinandergesetzt hast.


Die Poesie heilt die Wunden, die der Verstand schlägt
Novalis

Camaela ( Gast )
Beiträge:

07.02.2007 16:24
#11 RE: Gravierend Zitat · antworten

...du verstehst es wirklich
so ernste Themen in wundervolle Gedichte zu verpacken...

Kompliment

Janis ( Gast )
Beiträge:

08.02.2007 00:20
#12 RE: Gravierend Zitat · antworten

Also, wir haben ja schon mal kurz abseits des Forums über das Gedicht geredet, aber da habe ich mich größtenteils auf meine Kritik an der letzten Strophe beschränkt.

Jetzt also zum Gedicht als ganzes:
Die erste Strophe führt auf jeden Fall sehr gut in die Lebenswelt der geschilderten Person ein, gerade durch die sprunghafte, abgehackte Sprache wird der Widerspruch zwischen Schein und Sein sehr gut deutlich.
Die zweite schließt sich qualitativ an das hohe Niveau gleich an, die Wortwahl ist in meinen Augen wirklich sehr ausdrucksstark, vor allem auf den vierten Vers trifft das zu.
Die dritte Strophe ist auch gut gelungen ("verschlackte Narben"!) und vor allem wichtig für das Gesamtgedicht, da die dargestellte Person quasi selbst zu Wort kommt.
Na ja, und die vierte Strophe gefällt mir eben wie gesagt nicht. Das "Glück" und das "lachen" gehen mir einfach einen Schritt zu weit, obwohl die letzte Zeilung natürlich verhindert, dass sich die Strophe wie eine Lösung des Problems liest. (Allerdings werde ich mir jetzt auch nicht anmaßen, zu sagen, ich würde mich in der Psyche eben der Betroffenen auskennen, deshalb sei meine eigene Kritik auch mal schnell relativiert.)

Insgesamt ist das auf jeden Fall ein gutes Gedicht mit einer wichtigen Thematik.

Sylence Offline

Aktiver



Beiträge: 199

08.02.2007 19:05
#13 RE: Gravierend Zitat · antworten

So, also zu beginn möchte ich mich bei allen herzlich für ihre kommentare bedanken, ich habe mich sehr darüber gefreut!

@Stefanie:
Da du ebenfalls in deinem bekanntenkreis eine person hast die unter diesem Syndrom leidet, denke ich, dass du versthen kannst warum ich dises gedicht verfasst habe. Man muss gleich noch hinzufügen, das sich das gedicht wie schon erwähnt meiner ehemaligen besten freundin gewidmet habe, doch leider kenne ich , auchg wenn es sich vllt komisch oder übertrieben anhört noch 2 weitere personeen mit denen ich jedoch nicht allzu gut befreundet bin, sodass mich das nich so sehr mitgenommen hat.
Ich denke du hast dich genau so hilflos wei ich gefühlt, als du von dem problem deines freundes erfahren hast!

@Camaela
: also auch noch mal vielen dank, du weißt wirklich wie man es schafft mich verlegen zu machen !

@Janis: Ich habe mich sehr über deine kritik gefreut, da ich mich imemr gerne dafür interessiere wie mir der aufbau und die ganze struktur des gedichtes gelungen ist!
Zu de rletzen strophe hab e ich dir ja schon gesagt , dass ich deine ansicht verstehen kann, jedoch ist eine dieser 3 personen die ich kenne so ein unheimlich guter schauspieler, der nur am lachen und witze reißen ist, sodass ich mich an ddieser stlle an seinem verhalten orientiert habe, außerdem könnte man die zeile:
Und sie vermochte wieder zu lachen
mit einem leicht ironischen unterton lesen



"Sehnsüchtig grüsst der, der ich bin, den, der ich sein könnte."
-Dostojewski-

«« Sirenen
4 Worte »»
 Sprung  
Erdbebenkatastrophe Haiti

** Bilder verkleinern ** Kostenlos Bilder hochladen **
Xobor Forum Software von Xobor | Forum, Fotos, Chat und mehr mit Xobor