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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 644 mal aufgerufen
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silent
Beiträge: 351
Profi



04.03.2007 16:39
Jämmerlich daneben antworten
1.

Du warst für mich „große Liebe“,
beste Freundin und Liebhaberin
Hab dir viel zu verdanken
von dem was ich heute bin
Aber nun liegt unser Ende
ganz klar auf der Hand
Du bist dort, ich steh hier,
mit dem Rücken zur Wand

Durch diesen Schritt von dir
wurde mir so viel gestohlen
Es ist so besch…
kann nicht mal Trost bei dir holen
Muss erst für mich selber
meine Gefühle ausloten
Solang prangt ein Schild an mir:
„Zutritt verboten!“

Der Kummer überwältigt mich,
es brennen in mir
noch so viele Wünsche,
was ich vorhatte mit dir:

Ich wollte mit dir leben,
einfach zusammen sein
Wollte, dass wir uns kostbar sind
zu zweit – nicht allein
Mit dir erfahren
was grenzenlos heißt
Und auch was es braucht,
das zusammenschweißt
Ich dachte wir könnten
uns gemeinsam entfalten,
uns den eigenen Himmel
auf Erden gestalten

Doch ich lag so jämmerlich daneben
wie noch nie in meinem Leben
Hab nichts gecheckt, nicht entdeckt,
wie ich mich selber belüge
Du warst schon lang nicht mehr die Frau,
die ich noch immer so sehr liebe


2.

Unsere Seelen waren
auf besondere Art verwandt
Noch bevor wir aufeinander trafen
hatten wir uns erkannt
Mit dir habe ich mehr Spaß
am Leben entdeckt
Mein Blick wurde weiter,
hast in mir soviel geweckt

Ganz langsam verlässt mich
dieses Taubheitsgefühl
Und die Gedanken fließen
doch sie haben kein Ziel

Ich dachte wir wären
so genial zusammen
könnten uns trösten, heilen,
uns gegenseitig entflammen
Wären so sexy als Paar,
heiß und voller Erotik
voller Liebe und Leidenschaft
andererseits auch vernünftig
Ich dachte wir könnten
als Familie erblühen
und unsere Kinder
gemeinsam erziehen

Doch ich lag so jämmerlich daneben
wie noch nie in meinem Leben
Hab nichts gecheckt, nicht entdeckt,
wie ich mich selber belüge
Du warst schon lang nicht mehr die Frau,
die ich noch immer so sehr liebe


3.

Ach könnte ich das alles
zu einer Rechnung summieren
Einen Cent nur für jeden einzelnen
Gedanken addieren
Einen Zehner für jede Möglichkeit,
die mir einfällt
Glaub mir, ich wär’ reich
bis ans Ende der Welt

Ich dachte,
dass wir aneinander wachsen könnten
Uns immer wieder
voller Hingabe verwöhnten
Uns Achtung erweisen,
gegenseitig inspirieren
Unterschiedliche Meinungen
des Andern akzeptieren
Auf diese Art
durch dick und dünn gehen,
dabei alles erforschen
und Abenteuer bestehen
…...

.
Doch ich lag so jämmerlich daneben
wie noch nie in meinem Leben
Hab nichts gecheckt, nicht entdeckt,
wie ich mich selber belüge
Du warst schon lang nicht mehr die Frau,
die ich noch immer so sehr liebe



05.02.2007


silent


Wirklich reich ist
wer mehr Träume in seiner Seele hat
als die Realität zerstören kann

Wicht
Beiträge: 1.533
Treue Seele




04.03.2007 21:24
RE: Jämmerlich daneben antworten

Hallo lieber Silent!!
Zuerst möchte ich Dir erst mal schreiben ,das dein Gedicht einfach nur klasse ist ,habe es mehrfach gelesen und es berührt mich sehr denn Du bringst es sehr "lebendig" rüber
Ich kann es sicherlich deshalb sehr gut nachvollziehen ,weil ich soetwas auch schon erlebt habe,eine lange Beziehung in der ich immer das Bild versucht habe zu erhalten,das ich doch so liebte und brauchte,ein Leben ohne diesem Bild schien mir unmöglich ,war damals sehr...diese Zeit würde keiner Beschreibung entsprechen ,bin einem Bild hinterhergejagt was es schon lange eigentlich gar nicht mehr gab,ich wußte das mit größter Wahrscheinlichkeit ,trotzdem wollte ich lange und konnte dieses Bild nicht aufgeben ,irgendwann hab ich es dann doch getan..ich wurde danach wieder frei ,glücklich und lernte Jemanden kennen ,der mir zeigte das es Liebe wirklich gibt und mir ein völlig neues Leben schenkte ,meine heutige Ehefrau!
Ich wünsche Dir das Du diesen Weg für dich findest ,aus tiefsten Herzen!!!!
LG
Frank

Stefanie
Beiträge: 1.347 Treue Seele




04.03.2007 23:51
RE: Jämmerlich daneben antworten

Mal abgesehen davon, daß das Gedicht einsame spitze ist:
Vom Chansonier zum sanften Rapper würd ich sagen
Beim lesen ging mir ständig ne Rap-Melodie durch den Kopf.
Das ist großartig, lieber Silent.
Ich bin fasziniert, wie melodisch die Worte fließen.
Hut ab!
Und ja, Menschen verändern sich. Man klammert sich viel länger daran, als sie eigentlich
noch da sind!
Man liebt weiterhin das altbekannte Bild.
Die Erkenntnis tut weh.
Hab Dein Gedicht sehr gerne gelesen!


Die Poesie heilt die Wunden, die der Verstand schlägt
Novalis

Biggi
Beiträge: 2.524 Administratorin


05.03.2007 10:05
RE: Jämmerlich daneben antworten

Auch ich bin total begeistert von diesem wundervollen Gedicht/Lied

Ach könnte ich das alles
zu einer Rechnung summieren
Einen Cent nur für jeden einzelnen
Gedanken addieren
Einen Zehner für jede Möglichkeit,
die mir einfällt
Glaub mir, ich wär’ reich
bis ans Ende der Welt


...das wirkt so nachhaltig... so eindringlich...
das bist du, mit jeder Faser. Dein schmerzliches Flehen, deine Ehrlichkeit...
Einfach wundervoll zu lesen, lieber Rainer.
Man schwebt so durch deine Zeilen - von einer zur nächsten und
möchte am liebsten, dass sie gar nicht enden.
Für mich wieder ein Werk, in dem man "baden" könnte!

Super schön und... du wirst sie immer lieben...
(ob du willst oder nicht) davon bin ich überzeugt

silent
Beiträge: 351
Profi



05.03.2007 11:13
RE: Jämmerlich daneben antworten
Danke Ihr Lieben,

für Eure Kommentare. Schön, wenn Euch meine Zeilen so gefallen haben.


@Stefanie & Frank

richtig ist, dass sich Menschen mit der Zeit verändern können, so dass man plötzlich oder nach und nach den Eindruck gewinnt, vor jemand Anderem zu stehen.
Richtig ist aber auch, dass besondere Lebensumstände, Schicksalsschläge, nennt es wie auch immer, den Umgang eines Menschen mit seinem Gegenüber verändern können. Man ist verunsichert. Wähnt sich auf der falschen Spur... Der Facetten gibt es viele in diesem Spektrum. Wenn es sich so verhält, dass man dabei nur auf eine Umleitungsstrecke geraten ist, die aber wieder zurück auf die Straße und zum Ziel führt. Glück!!!

Diese Verse, die in einem Augenblick emotionaler Finsternis aus mir geflossen sind, habe ich nachträglich eingestellt, um der Vergangenheit die Vollständigkeit zu geben, damit sie "Geschichte" werden kann..
Die positiven Absätze mit den Zukunftsoptionen bleiben bestehen!


@ Biggi

Ich glaube Du hast recht, liebe Birgit, mit Deiner Überzeugung.

Herzlichst
silent


Wirklich reich ist
wer mehr Träume in seiner Seele hat
als die Realität zerstören kann

Lyla
Beiträge: 435 Hausfreund/in




05.03.2007 14:50
RE: Jämmerlich daneben antworten

Super geschrieben, lieber Silent und alles andere was ich dazu noch schreiben könnt, haben die anderen schon getan,Lydia

helga

09.03.2007 19:01
RE: Jämmerlich daneben antworten

Lieber Silent, ich bewundere deine Art so offen zu schreiben und das in einer Form, die mich von einer Zeile zur anderen zieht. Ich kann Steffi nur beipflichten und bestätigen, dass auch ich dem Rapp-Rhytmus darin folgte.

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