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 Karl-Heinz Fricke
karl-heinz fricke Offline

Hausfreund/in



Beiträge: 655

10.08.2007 20:17
Einladung zum Essen Zitat · antworten

Einladung zum Essen (Ballade)

Wer wird nicht gerne eingeladen ?
Vielleicht gibt's Rotkohl und Rouladen
und vieles anderes steht zur Wahl,
bei einem schönen Mahl.

Es ist wirklich nicht gelogen,
ich wurde gut als Kind erzogen,
und ich kann mich gut betragen.
es sei denn, es gibt was für den Magen.

Und mit meinen guten Manieren
war es möglich mich zu blamieren ?
Man begrüßte mich vor der Türe schon,
als wär' ich der "Verlorene Sohn".

Zwei junge frische Täubchen
mit blütenweißen Häubchen
trugen gerade die Speisen auf.
Ich blickte wie gebannt darauf.

Die Mädchen war'n im Nu mir schnuppe
als ich roch die Spargelsuppe.
Das Wasser lief mir zusammen im Munde,
mein Gott, das wird eine Stunde!

Als alles aufgetragen war,
da war es für mich sonnenklar:
Ich würde nicht nur essen,
ich würd' meine gute Herkunft vergessen.

Ungeduldig wartete ich auf das Signal,
um zu beginnen mit dem Mahl.
Die Aufforderung wurde lächelnd gegeben,
man möchte doch etwas zu sich nehmen.

Das Wort "etwas" mir gar nicht gefiel,
und eifrig strebte ich zum Ziel.
Eines fand ich saugemein,
die Teller waren ziemlich klein.

Um nicht zweimal hinzulaufen,
kam auf den Teller ein Riesenhaufen.
Einige der älteren Damen
sich etepetete nur Häppchen nahmen.

"Sie haben wohl Hunger, junger Mann?"
Befremdet sah'n sich die beiden an.
Ich probierte nebenbei schon einige Bissen,
und ließ mich davon nicht verdrießen.

Ei, da war ein leckeres Kotelett,
das hatte überhaupt kein Fett.
Kartoffeln nahm ich nur sehr wenig,
die sind bei mir zu Hause König.

Zwei Schnitzel fanden auch noch Platz,
Da aß schon einer mit 'nem Latz.
Ich war noch lange nicht soweit,
und nahm mir mit der Auswahl Zeit.

Noch Soße und etwas Gemüse,
Oliven, ein Brötchen und ein paar Nüsse.
Nun war der Teller mächtig voll.
Mein Magen sang in Dur und Moll.

Langsam ging ich durch die Mitten,
wohl bedacht, nichts zu verschütten.
Vor mir saßen zwei alte Tanten,
die mich, Gott sei Dank, nicht kannten.

Eine stieß die andere an,
als sie meinen Teller sah'n.
Ich lächelte und sagte lieb:
"Ich wünsche Ihnen guten Appetit."

Endlich sass ich dann am Tisch.
Mein Gott, ich vergass ja ganz den Fisch.
Doch zuerst fiel ich über den Teller her,
auf den Tischen stand ja mehr.

Es schmeckte super, ich war entzückt,
und hatte alles schnell verdrückt.
Langsam, ohne Aufsehen zu erregen,
Ging nochmals ich zu der Tische Segen.

Die Tanten waren wohl Gäste im Haus,
einer fielen die Zähne heraus
als ich mit dem zweiten, gehäuften Teller kam,
es ihnen glatt die Spucke nahm.

Der Lachs war köstlich gebraten,
butterweich und wohl geraten.
Dazu nahm ich braunen Reis,
der dazu passt, wie jeder weiss.

Dann Kaffee, Kuchen und ein Eis,
doch vorher flüsterte ich leis
der Wirtin ein paar nette Worte
und lobte ihre Buttercremtorte.

Dann ging wirklich nichts mehr rein.
Im Magen schon die erste Pein.
Da standen Flaschen hübsch und fein,
ich kippte mir ein paar Kognacs hinein.

Der Fisch war mir nicht bekommen,
ich hatte mich wohl übernommen.
Der Magen beruhigte sich nicht,
und jetzt rächte er sich.

Die Wirtin kam und lächelte fein,
sie musste wohl 'ne Witwe sein.
Ich bräuchte mich nicht zu beeilen,
sollte doch noch ein wenig verweilen.

Sie zwinkerte mir in aller Ruh'
verheißungsvoll und freundlich zu.
Und ich dacht' mit meinem Magen
kann ich weiter nichts vertragen.

Dann ging sie schnell einmal hinaus,
da war ich schwupps schon aus dem Haus.
Das muss ein Fehler gewesen sein,
denn sie lud mich nicht wieder ein.

 Sprung  
Erdbebenkatastrophe Haiti

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