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Dieses Thema hat 3 Antworten
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 Peter Bochanan
Peter Bochanan Offline




Beiträge: 282

20.08.2007 15:22
Fatale Rettung antworten
Klara hatte, als sie das Geräusch aus der unteren Etage zum wiederholten Male hörte, versucht, bei ihrem Freund anzurufen. Da dort niemand den Hörer abnahm, vermutete Klara, dass er noch unterwegs sei, und sprach ihm deshalb leise auf den Anrufbeantworter. Vor lauter Angst, dass sie gehört werden würde, flüsterte sie in den Hörer: "Marc, ich bin es, Klara. Wenn du zu Hause bist, dann geh bitte ran. Ich höre Geräusche aus dem Erdgeschoss. Marc, bitte, komm` so schnell du kannst her, ich bitte dich, ich habe Angst." Ganz behutsam legte sie den Hörer zurück auf die Gabel und überlegte, ob sie bei der Polizei anrufen sollte. Marc war Polizist bei der Kripo in Eupen und es konnte durchaus sein, dass sie ihn auf der Wache noch erreichte. Er und seine Kollegen steckten momentan in einem Fall fest und da kam es desöfteren vor, dass er Überstunden machte. Sie suchten nach einem Serienkiller, der schon geraume Zeit sein Unwesen trieb in den Ostkantonen. Acht Frauen hatte er schon auf bestialische Weise zerfleischt, sie fast bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt.

Klara kam nicht mehr dazu erneut zum Telefon zu greifen, denn nun hörte sie deutlich eine Treppenstufe knarren. Das machte die schon seit Jahren. Klara wusste genau welche es war, die vierte Stufe von unten auf der Treppe, die hierher nach oben führte. Also war die Person, die sich im Haus befand, schon auf dem Weg nach oben und näherte sich dem Zimmer, in dem sie sich befand. Geistesgegenwärtig zog Klara ihre Schuhe aus, denn das Klackern der hohen Absätze hätte sie beim Gehen schnell verraten. Der Einbrecher oder was immer es auch war, der sich im Haus befand, hätte sofort gewusst, dass er nicht alleine war.

Vorsichtig legte sie die Schuhe auf dem Sofa ab und versteckte sich dahinter. Sie zitterte wie Espenlaub und ihr Herz schlug so schnell und laut, dass sie meinte, man müsse es noch drei Häuser weiter hören. Sie versuchte ihre Atmung unter Kontrolle zu bekommen aber das war gar nicht so einfach. Deshalb hielt sie sich ein Taschentuch vor Mund und Nase. Die Minuten rannen dahin, aber Klara kam es vor, als ob sie schon seit Stunden hier hinter der Couch hockte. Sie vernahm nun deutlich Schritte auf dem Flur, die sich, so hörte es sich an, dem Zimmer näherten. Irgendetwas polterte zu Boden und Klara konnte einen Aufschrei des Schreckens so gerade noch unterdrücken. Die Person stand jetzt genau vor der Türe. Klara konnte das am Spalt unter der Tür sehen, weil draußen auf dem Flur Licht brannte. Das im Zimmer hatte sie schnell gelöscht, bevor sie in ihrem Versteck verschwunden war. Die Schritte entfernten sich von der Tür und Klara atmete leise auf. Sie hoffte, dass sie unentdeckt bliebe und der Eindringling das Weite suchen würde. Weit gefehlt, die Schritte kamen wieder zurück und die Person blieb vor der Türe stehen. Klara hörte deutlich, dass sie den Türgriff betätigte und als die Türe geöffnet wurde, fiel fahles Licht ins Zimmer.

"Komm heraus, ich weiß, dass du hier bist" sagte eine tiefe, bedrohlich klingende Stimme "nun los, beweg dich." Klara wusste nicht, was sie machen sollte, aber um den Mann nicht zu verärgern, stand sie langsam auf und hob, als sie sah, dass der Mann bewaffnet war, automatisch die Hände. "Was wollen sie von mir, ich habe ihnen doch nichts getan?“ Einen Moment lang herrschte Stille, dann sagte der Mann: "Komm näher, aber ganz langsam." Klara ging Schritt für Schritt auf den Mann zu, der immer noch mit erhobener Waffe zwei Schritte hinter der Türöffnung stand. "Ich werde dich töten, so wie ich die anderen auch getötet habe, mir entkommt keine." Klara war schon bis auf einen Schritt an den Mann herangetreten. Sie überlegte krampfhaft, was sie tun konnte, um dem drohenden Tod zu entgehen. Mit der Hand gegen die Waffe schlagen und dann in die Genitalien treten und laufen, was das Zeug hielt, konnte sie das schaffen? "Ich bitte sie, lassen sie mich am Leben. Ich habe nichts getan und ich kenne sie nicht."

Sie wollte gerade den entscheidenden Schritt machen, da peitschte ein Schuss durch den Raum. Kurz darauf wurde es hell im Raum, denn jemand hatte das Licht angemacht. Dieser jemand war Marc. Als er heimgekommen war, hatte er die Nachricht von Klara auf dem Anrufbeantworter abgehört und sich sofort auf den Weg zu ihr gemacht. Da er im Besitz eines Hausschlüssels war, hatte er leise die Türe geöff-net und mit gezogener Waffe das Haus betreten. Aus dem Anruf ging hervor, dass sich Klara oben befinden musste, so ging er die Treppe hoch ohne die 4. Stufe zu berühren, die, wie er wusste, immer Geräusche verursachte. Als er die Stimme des Mannes aus dem Zimmer vernahm, schaute er vorsichtig um die Ecke.

Er sah die erhobene Hand des Mannes und das riesige, zum tödlichen Stoß bereite Messer. Jetzt kam es auf jede Sekunde an. Marc zögerte nicht lange und schoss auf den Eindringling. Der Angreifer fiel getroffen vornüber und blieb unter leisem Stöhnen liegen. Marc sprang in den Raum hinein und sah, dass der Mann auf Klara gefallen war. "Ganz ruhig Liebling, ich hol dich da raus" rief er Klara zu und wälzte den Körper der Person, auf die er geschossen hatte, auf die Seite. Da sah er das ganze Ausmaß der Tragödie. Die Kugel, die dem Eindringling gegolten hatte, hatte auch Klara getroffen. Sie hatte zu nahe an dem Angreifer gestanden, als Phil ihn niedergestreckt hatte. Er war gekommen um sie zu retten und hatte sie getötet. Als er aber nun in das Gesicht des Mannes blickte, der mit einer stark blutenden Brustwunde auf dem Boden lag, stieg die ganze Wut und der Schmerz über den Verlust seiner geliebten Klara in ihm hoch. Er packte den Mann am Kragen, schüttelte ihn wie wild, sodass dieser vor Schmerz aufschrie, und brüllte ihn wie von Sinnen an.

Du!!!!! Du verdammtes Dreckschwein, warum hast du das getan? Warum meine Klara? Mach das Maul auf oder ich schlag dich tot.“ Stöhnend versuchte sich der Getroffene aufzurichten. Es gelang ihm, sich auf den Ellenbogen abzustützen. Ein dünnes Rinnsal mit von Bläschen durchsetztem Blut rann aus seinem linken Mundwinkel, ein Zeichen dafür, dass seine Lunge verletzt war. Sein Atem rasselte, als er zu einer Antwort ansetzte. „Du warst mir, ohne es vielleicht selbst gemerkt zu haben, dicht auf den Fersen. Früher oder später hättest du mich gefasst. Das wollte ich in jedem Fall vermeiden. Durch den Mord an ihr“, er nickte mit dem Kopf in die Richtung, in der Klara reglos auf dem Boden lag, „wollte ich dich von meiner Spur abbringen. Das hat ja nun leider nicht geklappt.“

Unter erneutem Stöhnen sackte er kraftlos zurück und blieb reglos auf dem Rücken liegen. Marc beugte sich über ihn und fragte: „Warum hast du die anderen Frauen getötet, sie haben dir nichts getan?“ Die Augen des Mörders waren leer und farblos als er entgegnete: „Sie hatten alle ein kleines Muttermal an der Stirn, genau wie meine Tante, die mich 8 Jahre lang ständig missbraucht hat in meiner Kindheit. Ich habe sie gehasst und mir immer vorgestellt, wie es wohl ist, sie langsam und qualvoll zu töten. Leider ist sie mir zuvorgekommen, indem sie einfach an Herzversagen starb. Als ich die Muttermale bei den anderen bemerkte, sah ich die lustverzerrte Fratze meiner Tante vor mir, während sie auf mir hockte und sich befriedigte. Sobald ich sie getötet hatte, waren die schrecklichen Bilder vor meinen Augen weg.“ Dann sackte sein Kopf zur Seite und er hörte auf zu atmen. Der Serienkiller, der gleichzeitig Marcs Kollege im Kommissariat und auch sein bester Freund war, war tot.

© 2007 by Peter Bochanan

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Peter Bochanan

RUBI Offline

Amateur


Beiträge: 91

14.10.2007 21:15
#2 RE: Fatale Rettung antworten

Lieber Peter nun darf ich dich korrigieren, was ich mit besonderer
Freude tue (grins) da du mir bei meiner sehr geholfen hast.

In Kapitel 1 bis 5 schriebst du von Marc, in den nächsten von Phil.
ich denke doch, daß es sich um ein und dieselbe Person handelte.

Oder war das eine Reinkarnation?

Die Geschichte ist spannend - und absolut tragisch, weil man ja
das Ende einfach anders erwartet - oder möchte.

Liebe Grüße RUBI
Du kannst hinfallen - aber du mußt IMMER WIEDER aufstehen!!!

RUBI Offline

Amateur


Beiträge: 91

14.10.2007 21:24
#3 RE: Fatale Rettung antworten
editiert, da vertippt!!!!

Liebe Grüße RUBI
Du kannst hinfallen - aber du mußt IMMER WIEDER aufstehen!!!

Peter Bochanan Offline




Beiträge: 282

14.10.2007 22:28
#4 RE: Fatale Rettung antworten

Hallo Birgit,

das mit deiner Geschichte habe ich mit Freuden gemacht. Der Namensfehler ist schon korrigiert, ist mir selbst gar nicht aufgefallen. Zum Glück gibt es so kompetente und aufmerksame Leser wie dich. Danke für deine Aufmerksamkeit und dein Interesse.

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Peter Bochanan

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