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 Peter Bochanan
Peter Bochanan Offline




Beiträge: 282

25.08.2007 14:26
Der mysteriöse Hausbrand Antworten
Hier ist also die 2. Geschichte für diesen Wettbewerb. Bitte stört euch nicht daran, wenn mitten im Satz ein Wort getrennt sein sollte, obwohl das an dieser Stelle unpassend ist. Das liegt an der Word - Formatierung, die ich verwendet habe.






Das Haus war bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Als Hauptkommissar Berger und sein Assis-tent De Ruijter eintrafen, trug man gerade einen Zinksarg aus den Trümmern. Berger suchte nach dem Einsatzleiter der Feuerwehr. Als er ihn erblickt hatte, ging er zu ihm hin. „Guten Tag Monsieur. Was genau ist hier passiert?“ Der Feuerwehrhauptmann wies auf die Überreste des Hauses und erwiderte: „Sie sehen ja selbst Herr Kommissar, so ein Feuer hatten wir hier in Montzen nicht mehr seit dem 2. Weltkrieg.“ Berger wies in Richtung des Leichenwagens und fragte: „Und wer ist in dem Sarg da drüben?“ Das konnte der Löschexperte nicht beantworten. „Wir vermuten, dass es sich um den Hausbesitzer handelt. Wir fanden ihn im größten Raum des Hauses, rechts im Erdgeschoss, der vermutlich als Wohnzimmer genutzt wurde. Der Körper ist derart verbrannt, dass wohl genaueres nur durch eine Obduktion zutage tritt. Auf welche Weise das Feuer zum Ausbruch kam, kann ich ihnen erst sagen, wenn unsere Brandexperten die Trümmer auf den Kopf gestellt haben.“

Berger bedankte sich, hatte jedoch noch eine letzte Frage, bevor er ging. „Wer hat den Brand gemeldet?“ Der Feuerwehrmann deutete auf ein Haus, das schräg gegenüber lag. „Der Mann, der dort drüben lebt. Er ist Rentner. Er geht abends früh ins Bett und ist dafür morgens zeitig auf den Beinen. Gegen sechs Uhr ist er aufgestanden und ins Wohnzimmer gegangen, um das Fenster zu öffnen. Da sah er, dass das Gebäude hier schon lichterloh brannte. Als wir anrückten, sahen wir gleich, dass hier nichts mehr zu machen war. Zum Glück war es in der Nacht und am frühen Morgen windstill, sodass das Feuer nicht auf die Nachbarhäuser übergegriffen hat. Berger bedankte sich noch einmal und ging dann zu De Ruijter, der etwas abseits des Geschehens bei den anderen Polizisten stand. Einen der Beamten schickte Berger die Straße rauf, einen anderen die Straße runter, um die Nachbarn zu befragen. Er selbst ging mit De Ruijter zum Haus gegenüber und befragte den Rentner.

„Wir haben nicht wirklich viel, was uns weiterhelfen könnte im Moment“, murmelte De Ruijter vor sich hin, während er die Aussagen der Nachbarn durchlas, die seine Kollegen aufgenommen hatten. Dann sagte er laut zu Kommissar Berger: „Das Gutachten der Brandexperten liegt uns noch nicht vor und auch die Obduktion an dem Brandopfer ist noch nicht abgeschlossen. Die Nachbarn haben übereinstimmend ausgesagt, dass der Hausbesitzer und der neben ihm wohnende Witwer sich spinnefeind waren, und das seit Jahren schon. Es muss da auch schon einige Anzeigen gegeben haben, Ich habe die Akte vom zuständigen Dezernat einmal angefordert. Vielleicht finden wir ja da drin einen Hinweis.“ 15 Minuten später klopfte es an der Bürotür. Ein Kollege brachte die angeforderte Akte und übergab sie Berger. Er hatte den Raum schon verlassen, da steckte er den Kopf noch einmal in die Tür und sagte: „Ach so, hätte ich ja beinahe vergessen.

Auf dem Weg hierher habe ich dem Gerichtsmediziner getroffen. Ich soll euch einen schönen Gruß bestellen und ausrichten, dass das Brandopfer keines natürlichen Todes gestorben ist. In seiner Schädeldecke befindet sich ein großes Loch, schönen Tag noch.“ Berger hängte sich sofort ans Telefon, um sich das eben gehörte vom Arzt bestätigen zu lassen. „Das entspricht den Tatsachen, was euch der Kollege da von mir ausgerichtet hat, aber es kommt noch besser. Ich habe soeben herausgefunden, dass es sich bei dem Toten nicht um den Hausbesitzer handelt. Das konnte anhand seiner Zahnunterlagen festgestellt werden. Wer es allerdings ist, steht noch nicht fest, sobald ich näheres weiß, lasse ich es euch wissen.“ Das war ein Hammer. Jetzt hatten sie nicht nur einen ungeklärten Brand, sondern auch einen ungeklärten Mord und ein unbekanntes Mordopfer.

Am nächsten Morgen, die beiden Kommissare waren gerade mal eine halbe Stunde im Büro, klopfte es an der Tür und ein älterer Herr betrat den Raum. Er wirkte sehr erregt, wohl zu Recht, wie sich gleich darauf erwies, denn bei dem Herrn handelte es sich um den Besitzer des abgebrannten Hauses in Montzen. „Bitte, nehmen sie Platz“, forderte Berger ihn auf, „wo waren sie denn bis jetzt?“ Der angesprochene antwortete wie aus der Pistole geschossen: „Ich war für einige Tage bei einem Freund in Karlsruhe zu Besuch. Der hatte mich eingeladen, schon vor längerer Zeit. Jetzt habe ich die Gelegenheit wahrgenommen. Als ich dann vor ca. 2 Stunden von der Reise zurück war und die Bescherung gesehen habe, bin ich sofort mit dem Taxi hierhergekommen. Was ist denn eigentlich genau passiert?“ Berger lehnte sich zurück und sah dem Mann direkt in die Augen. „Wir wissen es nicht genau. Wir warten noch auf die Auswertungen der Brandexperten, dann kann ich ihnen mehr sagen. Ihr Haus war jedenfalls nicht mehr zu retten. Wissen sie schon, wo sie in nächster Zeit wohnen werden?“ Mit einem tiefen Seufzer erwiderte der ehemalige Hausbesitzer: „Zum Glück habe ich noch eine Zweitwohnung in Aachen. Dort werde ich fürs erste unterkommen. Sobald es geht, werde ich das Haus wieder aufbauen lassen. Ich bin ja froh, dass ich so gut versichert bin.“

Berger wollte gerade davon erzählen, dass in dem abgebrannten Haus eine Leiche gefunden wurde, um den Hausbesitzer zu fragen, ob er sich vorstellen könne, um wen es sich dabei handele, da öffne-te sich die Bürotür. Herein trat der Gerichtsmediziner. „He Leute, ich weiß jetzt wer…. oh Entschuldi-gung, ich wusste nicht, dass ihr Besuch habt.“ Berger stellte die beiden Herren gegenseitig vor und nach einer knappen Begrüßung forderte der Medicus: „Könnte ich sie vielleicht einen Augenblick draußen sprechen Herr Kommissar?“ Berger erhob sich und verließ das Büro. Einige Minuten später war er wieder da. „Sagen sie, hatten sie eigentlich jemanden, der ein wenig nach dem Haus schaut während sie unterwegs sind?“ Der Mann zuckte kaum merklich, blieb äußerlich aber vollkommen ruhig, als er antwortet: „Ja, meinen Nachbarn. Er war an dem Abend, als ich abgereist bin, bei mir, um die Schlüssel entgegenzunehmen. Dann habe ich ihm die Blumen gezeigt, die er gießen sollte und wir haben zum Abschied noch ein Schnäpschen zusammen getrunken. Danach ist er gegangen. Er wäre fast noch hingefallen, als er die Treppe zur Straße hinunterging, weil er, als er sich umdrehte, um mir ein letztes Mal zuzuwinken, die unterste Stufe übersah.

Ist aber nochmal gut gegangen. Ich habe noch meinen Koffer zu Ende gepackt und eine Stunde später hat mich das Taxi abgeholt, das mich nach Aachen zum Hauptbahnhof gebracht hat.“ Berger nickte nachdenklich mit dem Kopf. Dann lächelte er und entgegnete: „Dann haben sie aber einen netten Nachbarn. Davon gibt es leider nicht mehr sehr viele. Wenn ich da an meine Nachbarn denke….“ Das bestätigte der Hausbesitzer mit den Worten: „Oh ja, er ist ein feiner Kerl, immer zum Helfen bereit. Ich bin froh, dass er neben mir wohnt und nicht irgendjemand anderes.“ Berger schaute seinem Gegenüber fest in die Augen. „Aber haben sie nicht dauernd Ärger mit ihm? Ich meine, mich erinnern zu können, dass uns gestern ein anderer ihrer Nachbarn so etwas erzählt hat?“ Dieser aber winkte ab und klärte die Kommissare auf: „Das ist einmal so gewesen, aber wir haben uns schon vor längerer Zeit wieder versöhnt. Wissen sie, das Leben ist viel zu kurz, um es mit unsinnigem Streit zu vergeuden.“
„Da haben sie allerdings Recht“, bestätigte ihm Berger, „schreiben sie uns bitte noch ihre Adresse in Aachen auf, damit wir sie immer erreichen und auf dem Laufenden halten können.“ Der tat, wie ihm geheißen und verließ dann das Büro. Nachdem sich die Bürotür hinter ihm geschlossen hatte, erzählte Berger De Ruijter, was er soeben von dem Gerichtsmediziner erfahren hatte. Der runzelte die Stirn und wollte etwas erwidern, aber Berger sagte stattdessen: „Komm, lass uns nach Montzen fahren. Ich möchte mich noch einmal mit dem Rentner von gegenüber unterhalten.“ Es dauerte eine Minute, bis ihnen die Haustür geöffnet wurde und sogleich entschuldigte sich der Rentner mit den Worten: „Es tut mir leid, wenn sie etwas warten mussten, aber sie wissen ja, die Beine. Kommen sie bitte herein.“

Das war auch der Grund, weshalb Berger erneut das Gespräch mit dem Mann suchte. Er wusste aus dem ersten Verhör, dass der arme Kerl behindert war. Da er fast nicht mehr laufen konnte, verbrachte er den größten Teil des Tages damit, am Fenster zu sitzen und zu schauen, was sich so alles auf der Straße tat. Die Unterhaltung war für die Kommissare äußerst aufschlussreich und so fuhren sie mit vollkommen neuen Erkenntnissen zurück ins Kommissariat.
Am nächsten Morgen bestellte Berger den Besitzer des abgebrannten Hauses erneut auf die Dienst-stelle. Er erschien pünktlich und wurde gebeten, Platz zu nehmen. Berger erkundigte sich, ob er gut geschlafen habe in der ungewohnten Umgebung. Dann nahm er ihn fest wegen Brandstiftung und Mordes an seinem Nachbarn. Berger erklärte ihm, dass er schon vor dessen 1. Besuch wusste, dass eine Leiche im Haus gefunden wurde und wer sie war. Er aber hatte ja behauptet, der Nachbar hätte später das Haus wieder verlassen. Das allerdings widerlegte die Aussage des Rentners, der den Nachbarn hinein, aber nicht wieder herauskommen sah. Die Abfahrt des Verdächtigen zum Bahnhof habe er ebenfalls beobachtet. Auch habe er von einer heftigen Auseinandersetzung erzählt, die erst vor ca. 2 Wochen zwischen den beiden Streithähnen stattgefunden hatte. Das mit der Versöhnung war also auch gelogen. „Wie haben sie ihren Nachbarn umgebracht?“, fragte Berger schließlich.

Der Beschuldigte sah ein, dass es keinen Sinn hatte, die Tat länger zu leugnen und so erzählte er, was vorgefallen war. „Wir hatten seit Jahren Streit, immer wieder. Es begann damit, dass sein Hund dauernd über mein Grundstück lief und dort auch sein Geschäft verrichtete, aber das war dem Blödmann egal. Mein Grundstück gehört ihm, müssen sie wissen. Sein Hund hatte früher das gesamte Grundstück zur Verfügung. Ich habe ihn auch angezeigt, aber die Klage wurde abgewiesen und mir wurde geraten, einen Zaun zu errichten. Nach dem Zaunbau ging es erst richtig los. Ständig hat er mich drangsaliert. Sein Einfallsreichtum kannte dabei keine Grenzen. Ich wusste zum Schluss keinen anderen Ausweg mehr, um in Frieden weiterleben zu können. Ich habe ihn unter dem Vorwand zu mir gelockt, einen Rohrbruch im Garten zu haben. Dafür ist er als Besitzer zuständig. Als er kam, um sich das anzusehen, habe ich ihn mit dem Feuerhaken erschlagen. Dann habe ich Benzin vergossen und den leeren Kanister in meinen Koffer gesteckt. Später habe ich ihn aus dem Zugfenster geworfen. Ich riss ein Kabel aus einem alten Toaster, legte das blanke Kabel auf ein dünnes Holzbrettchen und steckte den Stecker in die Steckdose. Unter dem Kabel platzierte ich eine brennende Kerze so, dass sie das Holz ganz langsam durchschmoren konnte. Wenn das Brett durchbrechen würde, sollte das Kabel auf den Boden fallen und das vergossene Benzin entzün-den, was ja auch geschehen ist. So entstand der Brand.“ Berger rief einen Beamten, der vor der Tür wartete, herein und sagte: „Führen sie den Mann ab.“


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Peter Bochanan

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