Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 





“Das




Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 418 mal aufgerufen
 Karl-Heinz Fricke
karl-heinz fricke Offline

Hausfreund/in



Beiträge: 655

17.11.2007 18:25
Das gute Lieschen Zitat · antworten

Das gute Lieschen

Lieschen neunzehn Jahre alt
war von lieblicher Gestalt.
Sie machte sich nichts aus Kleider und Hüte,
sie war ein Mädchen von großer Güte.

Unglücklich war die Nachbarsfrau,
sie hätte gern Leben in ihrem Bau.
Gern möchte sie ein Kindlein wiegen,
leider kann sie keines kriegen.

Ihr Mann, der schöne Theobald,
wurde langsam ungehalt',
sprach von Scheidung oft im Zorn,
warf noch die Flinte nicht ins Korn.

Verzweifelt kam der Frau die Idee:
'Wenn ich des Nachbarn Tochter seh,
die könnte doch, ach Gott, o nein,
die Trägerin des Kindes sein'?

Sie sprach mit ihrem Mann.
Der sah sie voller Zweifel an.
Er sprach: "Wie soll denn das geschehn?"
Da sagte sie: "Du wirst schon sehn!"

Lieschen nun, noch ohne Schuld,
fühlte doch schon Ungeduld,
und sie fühlte auch
so ein Kribbeln in ihrem Bauch.

Die Nachbarin, Frau Löwenstein,
lud sie dann zum Kaffee ein.
Zuerst sprach sie von Hof und Haus,
dann kam sie mit der Sprache raus.

Klagend über ihre Kinderlosigkeit,
tat sie sehr dem Lieschen leid.
So fragte sie das Mädchen dann,
ob sie mit ihr rechnen kann

ihre Ersatzmutter zu sein,
um mit Theobald allein -
Nur wenn sie den Mut dazu hätt',
mit ihm zu steigen in ein Bett ?

Da errötete Lieschen sehr
und sagte still, es fiel' ihr schwer.
Zusagend sie dann meinte,
als die Frau so herzhaft weinte:
"Sagen Sie Ihrem Mann Bescheid,
dass ich ab morgen bin bereit".

Alles klappte wunderbar,
und das Wunder dann geschah.
Die Frucht ging auf in ihrem Bauch,
und das freute allen auch.

Lieschens Mutter konnt' bald sehn,
was mit ihrem Kind geschehn:
"Bringst du uns ein Kind ins Haus?"
Schalt sie das arme Mädchen aus.

Dieses sagte naiv: "Oh nein,
das Kind gehört Frau Löwenstein.
Sie hätte gern ein Kind im Haus,
und ich trag' es für sie aus.

Der Vater ist Herr Löwenstein,
so wird's ein fremdes Kind nicht sein",
sprach sie in voller Blüte,
Die Mutter sprach: "Du meine Güte!"

Hinrich Offline


Hausfreund/in



Beiträge: 591

17.11.2007 19:13
#2 RE: Das gute Lieschen Zitat · antworten



Lieber Karl-Heinz,

die Moritat klingt sehr vertraut -
menschlich ist's, was Du beschrieben -
nahm man sich früher heimliche eine Braut,
war man bedacht, dass niemand schaut,
erst recht nicht, wenn man abgetrieben.

Und ist's dann doch ans Licht gekommen,
Hat manche Maid das Leben sich genommen.

Und heutzutage - wie sieht's aus -
heute kennt man keine Schranken -
denn hat man heute solch Bedürfnis,
scheut man nicht das Ehezerwürfnis,
macht sich keinerlei Gedanken.

Dass auf Bestellung Kinder kommen,
wird sich n'ne Leihmutter genommen.

Dereinst verlor man sein Gesicht -
es drohte meist ein Strafgericht !
Heute wird vom Arzt verschrieben,
solch ein zweckbestimmtes Lieben.

Und die Moral von der Geschicht:
Moral, die gibt es leider nicht !



Alles ist ein bisschen übertrieben,
auch was ich als Kommentar geschrieben.



Liebe Grüße
Hinrich

©whp

karl-heinz fricke Offline

Hausfreund/in



Beiträge: 655

18.11.2007 17:45
#3 RE: Das gute Lieschen Zitat · antworten

Lieber Hinrich,
Ich danke dir für deinen netten Kommentar. Eine etwas ungewöhnliche Situation, aber eine durchaus menschliche
Lösung bei der wenigstens ein Elternteil vertreten ist.

Mirko Offline


Hausfreund/in



Beiträge: 536

19.11.2007 23:49
#4 RE: Das gute Lieschen Zitat · antworten

Ach, ist Nächstenliebe herrlich,
wenn die Nächste einen herzlich liebt...

karl-heinz fricke Offline

Hausfreund/in



Beiträge: 655

20.11.2007 16:31
#5 RE: Das gute Lieschen Zitat · antworten

Hallo Mirko,

"Gute Nachbarn" sollten immer bis zur Aufopferung des eigenen Ichs hilfsbereit sein.

 Sprung  
Erdbebenkatastrophe Haiti

** Bilder verkleinern ** Kostenlos Bilder hochladen **
Xobor Forum Software von Xobor | Forum, Fotos, Chat und mehr mit Xobor