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Enttäuschung am Heiligen Abend
Bewaffnet mit meiner Bogensäge und auf einem schneeverwehten Wege ging froh ich in den nahen Wald. Es blies ein Wind vom Norden kalt. Unter den Füßen knirschte der Schnee, die Stirn tat mir vor Kälte weh. Bereits am Schwinden war der Tag, im Walde liess der Wind dann nach. Nun suchte ich ein Bäumchen, schön, das ich im Sommer hatt' gesehn. So grad gewachsen, schlank und fein, Unser Christbaum sollt' es sein. Jeder Baum war tief verschneit, weiß geworden das grüne Kleid. Welcher von ihnen es wohl war, den ich im letzten Sommer sah. Die verkrüppelte Birke wies den Weg über des erstarrten Baches Steg. Richtig, das musste das Bäumchen sein. Die Sonne strahlte im letzten Schein. Kräftig an dem Stamm gerüttelt und den Schnee herabgeschüttelt. Da stand die Tann' in ihrer Pracht. Vor Freude habe ich gelacht. Schnell die Säge angesetzt, beinah hätt' ich mich verletzt, denn die Finger waren klamm von dem eisigkalten Stamm. Hei, dann ging es eins, zwei, drei mit der flotten Sägerei. Das Ächzen des Stammes klang wie ein Weh, dann lag der Baum im weichen Schnee. Nun aber flugs nach Haus, nur schnell aus dem Wald heraus. Übern Bach und hohe Wehen, die Sonne war am Untergehen.
Zu Hause gabs ein froh' Hurra, dass ich endlich wieder da. Behutsam lehnte ich den Baum an die Wand im Stubenraum. Auf dem Tisch stand schon das Mahl, die Teller waren schnellstens kahl. Der Baum war auch schon aufgetaut, da wurden Weheklagen laut. Das schöne Bäumchen stank. Berieselt hatte es ein Skunk (sprich Skank) Schnell flog es zur Tür hinaus. Fürchterlich roch es im Haus. Der Heilige Abend hatte begonnen, und Freude auf des Festes Wonnen. Schnell lief ich in den nahen Ort, zu finden noch ein Bäumchen dort. Der Baumverkäufer schloß das Tor, als ich bettelnd stand davor. Jedoch er machte noch mal auf, für einen letzlichen Verkauf. Was sich bot dort meinen Blicken waren übriggebliebene Krücken. Und ich - verdammt nochmal hatte leider keine Wahl. Die Missgeburt, die ich erstand, stellte ich hinten an die Wand. Sie war mächtig kahl und lang. Nur ein Glück, dass sie nicht stank.
Anmerkung: Dieses passierte mir vor etwa 35 Jahren im Norden der kanadischen Provinz Manitoba etwa 100 Kilometer westlich der Hudson Bay.
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