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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 391 mal aufgerufen
 Karl-Heinz Fricke
karl-heinz fricke Offline

Hausfreund/in



Beiträge: 655

21.11.2007 17:55
Enttäuschung am Heiligen Abend Zitat · antworten

Enttäuschung am Heiligen Abend

Bewaffnet mit meiner Bogensäge
und auf einem schneeverwehten Wege
ging froh ich in den nahen Wald.
Es blies ein Wind vom Norden kalt.

Unter den Füßen knirschte der Schnee,
die Stirn tat mir vor Kälte weh.
Bereits am Schwinden war der Tag,
im Walde liess der Wind dann nach.

Nun suchte ich ein Bäumchen, schön,
das ich im Sommer hatt' gesehn.
So grad gewachsen, schlank und fein,
Unser Christbaum sollt' es sein.

Jeder Baum war tief verschneit,
weiß geworden das grüne Kleid.
Welcher von ihnen es wohl war,
den ich im letzten Sommer sah.

Die verkrüppelte Birke wies den Weg
über des erstarrten Baches Steg.
Richtig, das musste das Bäumchen sein.
Die Sonne strahlte im letzten Schein.

Kräftig an dem Stamm gerüttelt
und den Schnee herabgeschüttelt.
Da stand die Tann' in ihrer Pracht.
Vor Freude habe ich gelacht.

Schnell die Säge angesetzt,
beinah hätt' ich mich verletzt,
denn die Finger waren klamm
von dem eisigkalten Stamm.

Hei, dann ging es eins, zwei, drei
mit der flotten Sägerei.
Das Ächzen des Stammes klang wie ein Weh,
dann lag der Baum im weichen Schnee.

Nun aber flugs nach Haus,
nur schnell aus dem Wald heraus.
Übern Bach und hohe Wehen,
die Sonne war am Untergehen.

Zu Hause gabs ein froh' Hurra,
dass ich endlich wieder da.
Behutsam lehnte ich den Baum
an die Wand im Stubenraum.

Auf dem Tisch stand schon das Mahl,
die Teller waren schnellstens kahl.
Der Baum war auch schon aufgetaut,
da wurden Weheklagen laut.

Das schöne Bäumchen stank.
Berieselt hatte es ein Skunk (sprich Skank)
Schnell flog es zur Tür hinaus.
Fürchterlich roch es im Haus.

Der Heilige Abend hatte begonnen,
und Freude auf des Festes Wonnen.
Schnell lief ich in den nahen Ort,
zu finden noch ein Bäumchen dort.

Der Baumverkäufer schloß das Tor,
als ich bettelnd stand davor.
Jedoch er machte noch mal auf,
für einen letzlichen Verkauf.

Was sich bot dort meinen Blicken
waren übriggebliebene Krücken.
Und ich - verdammt nochmal
hatte leider keine Wahl.

Die Missgeburt, die ich erstand,
stellte ich hinten an die Wand.
Sie war mächtig kahl und lang.
Nur ein Glück, dass sie nicht stank.

Anmerkung: Dieses passierte mir vor etwa 35 Jahren im Norden der kanadischen Provinz Manitoba etwa 100 Kilometer westlich der Hudson Bay.

Sonja Rabaza Offline


Hausfreund/in



Beiträge: 477

22.11.2007 17:51
#2 RE: Enttäuschung am Heiligen Abend Zitat · antworten

Lieber Karl-Heinz,
ganz spontan möchte ich sagen:
wie wunderbar, dass so ein krüppeliges
Bäumchen die Ehre hatte, weihnachlich
geschmückt zu leuchten.
Alles Liebe und Gute Sonja

Mit unserem Dasein versuchen die Welt ein wenig
besser zu machen

karl-heinz fricke Offline

Hausfreund/in



Beiträge: 655

23.11.2007 18:27
#3 RE: Enttäuschung am Heiligen Abend Zitat · antworten

Liebe Sonja,

Ich danke dir. ich habe nun fast 79 Weihnachten erleben dürfen. Es sind so einige, die mir in Erinnerung geblieben sind. Es sind zum Teil jene in den Kriegs - und Nachkriegsjahren, den ersten Christmas in Kanada, und auch die meines Gedichtes. Von den modernen Weihnachtsfesten, die zu Ausbeutungsfesten ausarten, bin ich sehr enttäuscht.

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