Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 





“Das




Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 14 Antworten
und wurde 1.894 mal aufgerufen
 Biggi
Heike Offline




Beiträge: 1.177

28.01.2008 09:55
AUTORIN DER WOCHE Thread geschlossen
Hallo liebe Poetenfreunde!

Unser AUTOR DER WOCHE ist diesmal wieder ein "Mädel" und darauf freue ich mich besonders!
Es ist unsere "Forenqueen" BIRGIT LUERS
!

Zunächst wird sie uns ein wenig über ihr Leben erzählen und wenn ihr mehr wissen wollt...
dann fragt einfach!!


Ohje ohje… ihr kennt mich doch alle. Ich bins – die Biggi

Also……angefangen zu schreiben hab ich …öhm… 2005.
Seitdem ist das Schreiben für mich nicht mehr wegzudenken und ich versuchte stets mich weiter zu entwickeln, neues Terrain zu betreten. Anfangs versuchte ich mich in Prosa und Lyrik, wusste noch nicht, wo ich wirklich zuhause bin, bis ich irgendwann (glaube ich) meinen eigenen Stil gefunden hatte. Alles was mich beschäftigte und bewegte, verpackte ich in Gedichten und ab und zu auch in Kurzgeschichten.
Gefühle mit Worten auszudrücken und auch kleine (eigene) Weisheiten – das ist es, was ich wollte.
Eher zufällig machte ich im letzten Sommer Bekanntschaft mit der Fotografie und schnell wurde mir klar, wie viel Lyrik und Fotografien gemeinsam haben. Viele Bilder inspirierten mich und auch wenn meine Interpretation oftmals fernab der Intention des jeweiligen Fotografen lag, war es gerade das, was die Zusammenarbeit für beide Seiten so spannend machte. Die Bilder und Fotografien von Wolfgang Merkle - ein wunderbarer Mensch und Fotograf ;-) konnten mich von Anfang an fesseln und so ergänzt sich unsere Kreativität auf eine wundervolle Weise. Bild und Text verschmelzen nicht selten zu einem unzertrennlichen Gesamtkunstwerk.

Im August letzten Jahres erschien mein erster Gedichtband:
‚Füllhorn – Lichtstrahlen warten am Horizont’

Derzeit arbeite ich an dem Manuskript der Reihe LesArt:
‚LyroGraphische Begegnungen’ Wie der Titel schon verrät, werden dort Fotokunst zweier Fotografen und meine Lyrik miteinander vereint sein.

Ein fertiges Manuskript der Reihe LesArt – ‚BildBalladen’ liegt bereits beim Verlag zum Druck. Auch dieses Buch wird Fotos von mehreren Fotografen und Lyrik (natürlich aus meiner Feder) ;-) enthalten.

Soweit der Stand der Dinge – wie´s weitergeht weis ich doch jetzt noch nicht



Ja, Biggi wir danken dir schon mal für's Erste und wünschen dir nun 14 Tage viel Spaß hier auf unserem Podest!!

Und weil du sie so gern magst...bekommst du "deine" Gerbera


Foto: http://www.pixelio.de


Hab vielen Dank für deine Arbeit hier! Du bist SPITZE!!


Das Leben und dazu eine Katze, das gibt
eine unglaubliche Summe.[small]- Hermann Hesse-
[small]

Heike Offline




Beiträge: 1.177

28.01.2008 10:02
#2 RE: AUTOR DER WOCHE Thread geschlossen

Ja, ich bin's schon wieder Biggi

Ich muss nicht erwähnen, dass es mir schwer fällt unter all deinen schönen Werken das "Schönste"
heraus zu suchen, aber mir gefällt eines wirklich ganz besonders gut...
...und ich warte immer noch auf eine Fortsetzung...


Lisa und der Maler Wind

Lisa war allein und Schattenzungen
wollten ihr Gesicht lecken,
doch sie ließ es nicht zu.
Sie knipste buntes Leben an,
denn sie liebte diese Farbenvielfalt
in der sie sich geschmeidig und lebensfroh
im Rhythmus der Zauberstadt bewegte.

An vielen Tagen saß sie da
und liess sich berieseln von
bunten Melodien einer Regenbogenwelt.
Sie folgte dem Licht und
verscheucht war das Schwarz,
das sie kleiden wollte wenn sie alleine war.

Von weit hörte sie ein Rufen -
jemand sang ihren Namen
ganz sanft - der Wind…?
Ja, es war ihr Freund der Wind!
Lisa lächelte ein Danke
als er zum Fenster hereinschaute
und sie einfach bei der Hand nahm.

"Lisa, komm aus deiner Zauberwelt
ich will dir Bilder zeichnen."
flüsterte der Wind - "Du wirst sehen,
sie sind farbenprächtiger
als alles Bunt das du je gesehen hast."
Und er fing an zu erzählen…

Gebannt lauschte Lisa seinen Gemälden
seine Worte waren so hübsch anzusehen
…und er zeichnete und zeichnete
reichte dann Lisa den Pinsel
und sie tat es ihm gleich
…und so redeten und redeten sie,
in den schillernsten Farben
und horchten lange hinein -
in ihre bunt geschmückten Bilder aus Worten...

Lisa bedankte sich lächelnd
und ihr Freund der Wind
zwinkerte ihr wissend zu -
drehte sich um und ging seines Weges...



Das Leben und dazu eine Katze, das gibt
eine unglaubliche Summe.[small]- Hermann Hesse-
[small]

Biggi Offline

Administratorin


Beiträge: 2.524

28.01.2008 11:00
#3 RE: AUTOR DER WOCHE Thread geschlossen
...die Gerbera.... du hast es nicht vergessen, Heike... :-))
Ein dickes Dankschön dafür

...und mein Lächeln weicht immer noch nicht von meinem Gesicht...
Lisa und der Maler Wind - ja, ich kann mich gut erinnern, dass dir
diese "kleine Geschichte" schon damals sehr gefallen hat und - wer weis,
vielleicht ist die Zeit wirklich bald reif, dir deinen Wunsch zu erfüllen und
eine Fortsetzung zu schreiben


Anette Offline


Treue Seele


Beiträge: 2.099

29.01.2008 07:49
#4 RE: AUTOR DER WOCHE Thread geschlossen

Liebe Biggi.... deine Werke sind alle so klasse, dass es mir schwerfällt ein besonders hier auszusuchen.
Stellvertretend habe ich dieses gewählt:

Melancholie im Frühnebel

Nebelweiß hängt dort im Baum
und zeichnet ihn gespenstisch.
Es singt der Reif im Gräserflaum,
der Morgen trinkt und labt sich frisch,
ruft die Natur zum Frühstückstisch.

Sonnenwarm strahlt sanftes Licht,
gar heimlich durch die Zweige.
Bis es im Tau sich silbern bricht
und schwebend aus den Wiesen steige,
legt die Nacht ihr Haupt zur Neige

Vogelzart klingt’s auf dem Dach,
süß zwitschernd und harmonisch.
Vorm Fenster wird das Leben wach -
Tief atmend und genießerisch,
stimmt die Ehrfurcht melancholisch.


http://www.anette-esposito.org

Bernd ( Gast )
Beiträge:

31.01.2008 19:03
#5 RE: AUTOR DER WOCHE Thread geschlossen

Hallo Biggi, ich habe das Gedicht nicht im Gedichtehaus gefunden....du wirst wissen welches ich meine?
Ich habe es mir woanders kopiert und es hier reingesetzt.
Es gehört zu meinen Lieblingsgedichten, obwohl du viele schöne Gedichte geschrieben hast.
Ich freue mich, das "Flieg" nun auch hier steht.

Flieg...
Die Sonne strahlt ins Himmelblau
und weiße Wolken schweben
in eurer Hand mein Aschegrau
der Staub von meinem Leben

Am Bergeskamm in lauen Winden
all meine Lieben dort vereint
ein letzter Gruß soll uns verbinden
und niemand… niemand weint

Streckt aus die Hand und lasst mich fliegen
mit einem Lächeln im Gesicht
der Glücksmoment wird Schmerz besiegen
die Asche fliegt direkt ins Licht

flieg…


flieg...



© Birgit Lüers

Eleonore ( Gast )
Beiträge:

31.01.2008 22:41
#6 RE: AUTOR DER WOCHE Thread geschlossen

Hallo Biggi,

erstmal Glückwunsch zur Autorin der Woche

Ich kenne noch nicht viele von deinen Werken, habe deswegen ein wenig auf deinen Seiten gestöbert und ein Gedicht ist mir, aufgrund des Titels, sofort ins Auge gefallen, habe es gelesen und finde es großartig.
Deswegen möchte ich es hier aufführen:

Im Schweigen des alten Mannes

Die Sonne versteckt sich
hinter Wolken und schwüler Luft,
und seit Stunden schweigt er
leise seine Gedanken.
Fühlt nicht die Tränen, die dabei
durch die tiefen Furchen
seiner ledernen Haut rinnen.

Seine schmuddelige Hose
stört ihn nicht, nicht das graue Hemd,
das einmal weiß gewesen war,
und auch nicht die Haare
die längst ihre Facon verloren hatten.
So sitzt er auf dem alten Holzstuhl,
und sein Blick gilt nur ihr
…dieser kleinen, zarten Blume

Ihre Schönheit und ihre Stärke,
die Sanftheit und ihre Zuversicht
ganz egal wie schwer das Leben war,
die Schicksalsschläge –
die sie gemeinsam erlitten
und zu Boden gerissen hatten.
Sie war so zierlich
und eben doch
so sehr viel stärker als er.

Kühl ist die Abendluft geworden
und er sitzt noch immer
im Schatten des kalten Hauses,
das jetzt sein zu Hause sein sollte.
Das zu Hause, das er mit Vielen teilte.
Mit Vielen - nur nicht mit ihr,
…die er so sehr vermisste.

Warum nur, hat er sie
aus seinem Leben getrunken?

© Birgit Lüers


Diese Zeilen rühren ordentlich an meiner Seele - ich finde es schön, dass du dir diese Gedanken machst und sie zu Papier bringst.
Dieses Gedicht spricht SEHR für dich !!!

Liebe Grüße,

Eleonore

wolfgang m. Offline


In Memoriam


Beiträge: 760

01.02.2008 01:28
#7 RE: AUTOR DER WOCHE Thread geschlossen
Hallo Biggi,

wie ein Schlüsselerlebnis steht dieses Bild für unsere gemeinsame Zusammenarbeit.
Das Foto bekam für mich eine ganz neue Bedeutung. Waren es zunächst die gestalterischen Aspekte, welche dieses Bild zu einem meiner Favoriten werden ließ, so hat es durch diesen bedrückenden Text eine vollkommen neue Aussage bekommen und (für mich) an Wert zugelegt.

Hinter offenen Türen



Große, leerschwarze Kinderaugen
Das Püppchen an der zierlichen Hand
Beschmutzt das Kleidchen und zerknittert
Lag sie an der trostlosen Wand
~
Stumme Schreie der Kinderseele
Erstickt bevor das Leben begann

Feig’ weggeschaut und still ignoriert
Was kümmert uns denn das Nebenan?

Ob sie je wieder lachen kann?
***


Liebe(s) Grüße
Wolfgang


Wicht Offline


Treue Seele



Beiträge: 1.533

01.02.2008 11:46
#8 RE: AUTOR DER WOCHE Thread geschlossen
Hallo liebe Biggi

Da schlendert der Wicht so im Gedichtehaus vorbeiund was sieht er die Forum Queen sitzt auf dem Podest

Ganz erfürchtig neigt er sein Haupt ,und gratuliert dann aufs heftigste


Buff ,war ganz schön schwer ,etwas auszusuchen ,denn mir gefällt alles von Dir Du große Poetin!!

Aber anderweitig war mir eine Geschichte von Dir immer in meinem Kopf ,meine Lieblingsgeschichte
die auch für Dich sicherlich einen der schönsten Wendepunkte in deinem Leben gebracht hat ,den ich Dir vom Herzen gönne

Angekommen, am Wendepunkt
Dort steht sie oft – erfreut sich am Spiel des Windes, der dem Laub das Singen lehrt
und ihre Augen leuchten und strahlen mit der Sonne um die Wette.

Erst ein paar Wochen ist es her, da kam er.
Kein edler Prinz auf einem Ross wie man ihn aus Märchen kennt und doch – hat er sie
zum Leben erweckt, sie wach geküsst. Diese kleine Frau, die ihre Narben unter der Haut trug.

Lange Zeit hielt sie sich versteckt. Nutzlos und klein, kam sie sich vor. Jahrelang
hatte man ihr beigebracht, sie sei nichts Wert. Ihre Meinung war nicht gefragt,
ihre Wünsche wurden überhört und ihre Bedürfnisse verhöhnt. Stück für Stück schraubte
man sie klein, beraubte sie ihres Ichs. Eines Tages jedoch riss sie aus, aus dem
goldenen Käfig, in dem sie mit gestutzten Flügeln ausgeharrt hatte. Sie verlor auf
der Flucht ihr Fleisch und Blut und so begann ein langer Leidensweg. Wie oft verließ
sie die Kraft, wie oft war sie gefallen und wie oft verlor sie den Mut und den Glauben
an das Recht. Doch eines hatte sie gelernt – egal wie oft und egal wie tief man fällt.
Niemals - niemals darf man liegen bleiben und den Glauben an sich selbst verlieren,
und so gelang es ihr, immer wieder aufzustehen, auch wenn die Glieder noch so sehr
schmerzten und die Wunden höllisch brannten.
Aufstehen, weiter gehen, Schritt für Schritt.

Bald legte sie sich einen Mantel zu, den sie unter ihrer Kleidung trug. Er war aus Blei
und aller Schmerz den man ihr zufügen wollte, sollte daran abprallen. Ihr Herz und ihre
Seele legte sie auf Eis, so konnten sie nicht bluten. Eine gläserne Schicht bildete sich
darum - hauchdünn und sehr zerbrechlich. Niemand sollte es wissen, denn ihre Angst die
dünne Schicht könnte zersplittern, war zu groß.
Ihre Wunden heilten, brachen ab und zu erneut auf, doch sie verstand es, sie selbst zu
versorgen. Sie strich Musik auf die verletzten Stellen, badete in Rhythmen und Klängen
und hielt die Vernarbungen mit lyrischem Balsam geschmeidig, was ein zu schnelles
Aufreißen verhindern sollte und konnte. So nahm sie ihren Mut zusammen und stellte sich
wieder dem Leben. Unsicher und zaghaft zuerst, doch mit jedem Tag den sie ihren Weg
verfolgte, tat sie sich leichter.
Die kleine Frau suchte Ablenkung wo und wann immer es möglich war. Stille konnte sie
nicht ertragen und so begann sie viel zu lachen - wurde lauter, um die Ruhe um sich
herum zu übertönen, so gut es ging. Sie fixierte ihr gebrochenes Rückgrad mit einem
dicken Stab aus Humor, den sie sich trotz allem, immer versucht hatte, zu bewahren.
Mit jedem Monat, mit jedem Jahr, fühlte sie sich stärker, denn sie spürte ihren Fixateur
und wusste, dass sie sich auf ihn verlassen konnte - dass er ihr unerträgliche Stille
überdecken und den Rücken gerade halten würde.

Bis „Er“ dann kam…..
Schweigend sah er in ihre Augen….
Wortlos nahm er ihre Hand und begleitete sie auf ihrem Weg. Er erahnte ihr fixiertes
Rückgrad und er hörte ihr gezwungenes Lachen. Er erspähte ihren Bleimantel und er sah
die gläserne Hülle, die sich um Herz und Seele gelegt hatte.
Wochenlang ging er neben ihr her und redete nur, wenn es wichtig war und Sinn machte.
Er lehrte sie, ihre eigene Meinung zu haben und sie auch zu äußern. Er gab ihr die
Gewissheit wichtig zu sein und er zeigte ihr, dass sie einen Platz auf der Welt hatte,
der nur ihr ganz allein gehörte, der nur für sie bestimmt war und den sie nutzen konnte,
wie auch immer sie es für richtig hielt.
Selbst Entscheidungen zu treffen und dazu zu stehen, auch das beherrschte sie durch seine
Hilfestellung nach kurzer Zeit nahezu perfekt. Er lehrte sie, die Vergangenheit mit dem
Staub des Vergessens zu bedecken und sich auf Morgen zu konzentrieren.
Der Stab ihn ihrem Rücken, der sie zuvor gestützt hatte, löste sich mit jedem Tag den sie
Seite an Seite gingen, langsam in Luft auf. Der bleierne Mantel rutschte ihr zaghaft,
aber stetig von den Schultern und ihr Lachen erklang in neuem Ton. Sie konnte wieder
aufrecht gehen.
Ihre Augen hatten oft geregnet, in den letzten Wochen. Er sagte, es wäre das Wasser ihrer
auftauenden Seele und eines Tages würde die Seele wieder leuchten und das Leuchten würde
sich dann in ihren Augen widerspiegeln.

Nun steht sie dort… erfreut sich am Wind, ihre Augen leuchten und strahlen mit der Sonne
um die Wette, und sie flüstert stumm:
„Danke NOCONA… Danke Bruder…“

Ihre Gedanken flogen weiter. Hin, zu ihrem Liebsten.
Fast zeitgleich war er in ihr Leben getreten, wurde ihr Freund, dem sie vom ersten Moment
an erstaunlich viel Vertrauen entgegenbrachte. Er schätze sie, er würdigte sie und auch er
gab ihr, genau wie NOCONA das Gefühl, wichtig und wertvoll zu sein. Er lud sie ein, am Leben
teilzuhaben und sie ließ es zu. Er bereitete ihr wunderschöne Stunden und zeigte ihr, wie
schön das Leben sein kann, wenn man sich nicht davor verschließt und… wenn man einen
Menschen hat, mit dem man diese schönen Momente teilen kann.
Dieser wundervolle Mensch brachte der kleinen Frau ihr natürliches Lachen wieder vollständig
zurück.
Er war so sensibel und feinfühlig, konnte sich an den gleichen Dinge erfreuen wie sie auch.
Ihm waren kleine Glücksmomente und Werte wichtig – so auch ihre Werte. Er genoss nicht ihre
Hülle, sondern ihr ICH. Und sie genoss seine Nähe sehr und fühlte sich unglaublich wohl in
seiner Gegenwart. Diese wohltuende Ruhe die er ausstrahlte, bei allem was er tat.
Ruhe, die sie inzwischen gelernt hatte, wieder zu genießen. Ruhe, vor der sie nicht mehr
davon lief – er machte es ihr leicht. Bei ihm durfte sie der Mensch sein, der sie war.
Sie musste sich nicht verbiegen um ihm zu gefallen, oh nein – sie durfte einfach sein.
Mal still und leise, mal fröhlich und vergnügt, mal verträumt oder auch mal albern.
Er verstand es, ihr Leben wieder bunt zu malen. Sie mochte ihn wirklich sehr, ihren neuen Freund.

Ja, und eines Abends, als sie auf einer Anhöhe standen um dem Sonnenuntergang zuzusehen,
da spürte sie ganz deutlich was sie längst ahnte, seither jedoch verdrängt hatte – nicht
glauben und sich nicht eingestehen wollte.
Doch nun wusste sie es genau. Sie spürte allzu deutlich dieses Knistern, das in der Abendluft
lag. Wie gern hätte sie sich jetzt an ihn geschmiegt, wie gern wenigstens seine Hand gehalten,
ihn einfach berührt und gespürt. Sie machte allerdings keinerlei Anstalten – traute sich nicht,
ihrem Bedürfnis nachzugeben und so saugte sie dieses Naturschauspiel und diesen Rausch von
überschäumendem Herzgefühl, sehr intensiv in sich auf. Nein, es war nicht nur diese
herrliche Aussicht im Abendlicht, die ihre Augen feucht werden ließ, sondern auch die Gewissheit,
sich in diesen wundervollen Menschen, der da in ihrer unmittelbarer Nähe stand, verliebt zu haben.
Schweigend schien auch Er diesen besonderen Moment zu spüren. So standen sie stumm.
Eingehüllt in heimliche Gefühle und berührt von der Sanftheit der Natur.
Jede Minute die sie in seiner Gegenwart verbringen durfte, ließ sie mehr und mehr erkennen,
wie sehr sie diesen Menschen liebte. Ihre Augen hatten vor Glück oft geregnet, in den letzten
Wochen - sie wusste, es war das Wasser ihres auftauenden Herzens.

Als er sie dann eines Abends unter einem wundervollen Sternenhimmel zum ersten Mal in seine
Arme nahm und ihr seine Liebe gestand, da wusste sie: jetzt war sie „angekommen“. Nie hatte
sie tiefer empfunden, als für ihn. Sich nie geborgener und wohler gefühlt, als in seiner Nähe.
Nie zuvor kannte sie einen Menschen, der sie so bedingungslos liebte, und dem sie all ihre
Liebe schenken wollte und durfte. Eng schmiegte sie sich an ihn und der erste, zärtliche Kuss
sollte diese tiefe, innige Liebe besiegeln.

Nun stehen sie dort… lauschen dem Wind, ihre Augen leuchten und strahlen mit der Sonne um
die Wette, und beide flüstern:
„Ich liebe Dich so sehr… halt’ mich fest… für immer…“


© Birgit Lüers

Liebe Grüße an Dich und weiterhin viel Spass als Autorin der Woche

LG

Frank
Sonja Rabaza Offline


Hausfreund/in



Beiträge: 477

01.02.2008 16:51
#9 RE: AUTOR DER WOCHE Thread geschlossen

Liebe Biggi,
heute habe ich mir die Zeit genommen und viele Deiner Werke gelesen und ich möchte Dir sagen: Du bist eine grossartige Künstlerin; feinfühlig und mit dem richtigen Blick, der hinter die Kulissen schaut. Viele Deiner Gedichte haben mich tief bewegt so wie dieses, das ich heute ausgesucht habe.
Alles Liebe Sonja


Ein letzter Blick



Spürst du die Still’ wie ich so laut?
Siehst du, dass man nichts sieht?
Hab mich zu atmen kaum getraut
zu traurig ist, was dort geschieht

Er saß in seinem weißen Hemd
am Tisch, als sie heut’ kamen
Die Leute waren ihm nicht fremd
die fort von hier ihn nahmen

Die Wiege einst in diesem Haus
vor zweiundachtzig Jahren
Nun zog der feine Mensch dort aus
- die Kinder wollten sparen

Nicht an Gut und nicht an Geld
- an Zeit und Menschlichkeit
Der Alte stört in ihrer Welt
man hat sich nun von ihm befreit

Er war so rüstig, bei Verstand
nur diese Stufen waren Last
Tat alles noch mit eigner Hand
doch hat man den Entschluss gefasst:

Sich zu entziehn der Einkaufspflichten
Im Pflegeheim wird man´s schon richten…


Text © Birgit Lüers
Bild © Wolfgang Merkle


Weniger ist oft mehr

Mit unserem Dasein versuchen die Welt ein wenig
besser zu machen

Mirko Offline


Hausfreund/in



Beiträge: 536

01.02.2008 22:37
#10 RE: AUTOR DER WOCHE Thread geschlossen

Verzeih, liebe Birgit,

ich tue mich schwer, ein bestimmtes deiner Werke hervorzuheben,
ohne dabei nicht das Gefühl zu haben,
dass ich einem anderen deiner Werk ungerecht werden könnte,
weil sie mich je nach eigenem (Gemüts)Zustand unterschiedlich ansprechen.
So viele Male, wie ich in deinen Seiten stöbere,
so unterschiedliche Texte bleiben hängen.

Ich lasse mich gerne von deinen und Wolfgangs Künsten inspirieren.
Eure gemeinsamen Schritte ermutigen, selber Schritte zu wagen,
ohne dem eigenen Stil untreu zu werden.

Im buchstäblichen Sinne: Einfach vorbildlich!

Arne Offline


Hausfreund/in



Beiträge: 618

02.02.2008 16:41
#11 RE: AUTOR DER WOCHE Thread geschlossen
Puuuh, rasch! Niemand hat es bisher ausgewählt und ich kann mein Glück kaum fassen, hier noch einmal Dein wundertolles Werk lyrografischer Kunst zitieren zu dürfen:

In Mutter Ehrfurchts Arm

Geheimnisvolle Sommerhitze
hielt mich an zu dieser Rast
an der Tür dort - eine Ritze -
und so hab ich Mut gefasst
diesen alten schwarzen Schuppen -
gezeichnet er vom Leben war,
als ein Fundstück zu entpuppen
…und mir wurde sonderbar
als den steinern’ Türverschluss
mühsam ich beiseite schob
voll Erwartung und Genuss
tief atmend ich mich dann erhob.

Der Weg war frei, der Stein entfernt
und im Sand nur seine Spur
als Kind schon hatte ich gelernt
bei Neugier, da hilft eines nur –
du musst sie stillen, musst bedenken
jeder Schritt bringt neues dir
ich fühlte Spannung, konnt’ sie lenken
ja, nun war sie wieder hier.
So schob die Tür ich langsam auf
und das Atmen fiel mir schwer
in meiner Hand den alten Knauf
stand ich im gleißend’ Lichtermeer

~

Eingefror’n zwischen der Zarge
die Welt um mich herum ganz karge
das Herz laut pochend - kaltwarm’ Schauern
entlang des Rückens, ganz hinab
drang Ehrfurcht hinter Körpermauern
als ich den Glanz gesehen hab

Natürlich wirkt es gleich noch mehr, wenn man das Bild dazu sieht. Biggi, Du bist einzigartig und spitze in Deiner Handhabung von Sprache und Bild. Deine Arbeit im Forum unentbehrlich, Deine Kunst ebenfalls unentbehrlich. Du - unentbehrlich.



lichen Glückwunsch Dir auf dem Podest
vom Undichter
winni Offline


Treue Seele


Beiträge: 1.445

02.02.2008 18:09
#12 RE: AUTOR DER WOCHE Thread geschlossen

Im Gleitflug

Meine Arme Adlerschwingen
und mein Geist mit mir vereint
heute wird der Flug gelingen
bei dem meine Seele weint

Glückes Tränen milde fließend
sickernd in mein Federkleid
den Moment bewusst geniessend
-Eins mit der Unendlichkeit-

Birgit Lüers
------------------------------
Liebe Biggi, bin geneigt zu sagen: 'fest gemauert in der Erden ...' aber dann kommt es doch mehr auf 'o, Augenblick verweile',heraus.
Weil du erkannt und es auch im Gedicht ausgedrückt hast, daß das Schöne, wie ein Blitz, nie bleiben wird und bald
verlöscht.

In diesem Sinne, liebe Grüsse und alles Gute,
winni

Hinrich Offline


Hausfreund/in



Beiträge: 591

02.02.2008 19:20
#13 RE: AUTOR DER WOCHE Thread geschlossen




Liebe Biggi,

ein wirklich bekennendes Gedicht,
das aus Deiner Seele von Liebe spricht:
Du hast das Miteinander zart beschrieben –
dafür allein muss man Dich lieben –
Du weißt es, was im Leben zählt,
wie’s ist wenn eins dem andern fehlt.



Wir
Lieben
Du und ich
Yin und Yang
Himmel und Erde
Lieben und Leiden
Freunden und Trauer
Entstehen und Vergehen
---------------------------
Nicht das Eine ohne das Andere


Drum ist mir auch die Wahl nicht schwer gefallen
und habe ausgesucht eines der schönsten von allen:

Wir

Aus Dir und mir, entstand das Wir
so wunderbar und unbeschreiblich.

Oftmals, da vermiss ich Dich,
dann schließ ich einfach meine Lider,
kann Dich sehn in meinen Räumen,
deutlich klar in Sehnsuchtschäumen.

Kann sie fühlen Deine Nähe,
spür’ Deine Arme mich umschlingen,
Deine Stimme in mich dringen,
Deiner Liebe ganze Kraft –

Eingebrannt ganz tief in mir,
dieses wundervolle Wir


© Birgit Lüers – 6.9.2007




Liebe Grüße
Hinrich

©whp

Biggi Offline

Administratorin


Beiträge: 2.524

04.02.2008 16:40
#14 RE: AUTOR DER WOCHE Thread geschlossen

So, nun möchte ich mich mal bei allen Bedanken, die hier ihren 'Favoriten' aus meinen Gedichten
präsentiert haben und ebensosehr für eure lieben und anerkennenden Worte.

Ich muss sagen (alle die schon Autor/in der Woche waren werden es wissen) es ist ganz schön spannend,
wenn man entdeckt: aha - ein neuer Beitrag. Welches Gedicht mag sie oder er wohl ausgesucht haben?
Also alle, die noch an die Reihe kommen und künftig hier auf dem 'Podest' stehen werden, dürfen
schonmal in Vorfreude baden.
Das ist wirklich eine schöne, spannende Sache!

Ganz ganz herzlichen Dank euch allen!

Heike Offline




Beiträge: 1.177

10.02.2008 10:04
#15 RE: AUTOR DER WOCHE Thread geschlossen

So, meine liebe Biggi,
passend zu deinem Geburtstag ist auch hier das "Ende" erreicht
und du hast ordentlich Zeit zum Feiern

Uns hat es hier mal wieder großen Spaß gemacht in deinen Werken zu stöbern und das
jeweils Beste "rauszuholen"...

du bist einfach eine tolle Poetin!

Wie du ja schon geschrieben hast,war es für dich auch sehr schön und du hast es genossen!

Dafür vielen Dank und für deinen heutigen Tag wünschen wir dir noch eine Menge Spaß!

Wir stossen auf dich an!


Das Leben und dazu eine Katze, das gibt
eine unglaubliche Summe.[small]- Hermann Hesse-
[small]

 Sprung  
Erdbebenkatastrophe Haiti

** Bilder verkleinern ** Kostenlos Bilder hochladen **
Xobor Forum Software von Xobor | Forum, Fotos, Chat und mehr mit Xobor