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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 196 mal aufgerufen
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 Anna Sortierung: Alte Beiträge zuerst  
AnnaWinter
Beiträge: 80
Amateur



21.02.2008 20:34
Reise am Strand antworten
Reise am Strand


Ein Kind stand da
es ward ihm kalt
es hielt den Bären
und spürte Sand.

Der Körper starr
ein weißes Kleid
der Wind verschwamm
das stumme Leid.

Ein Mann kam nun von hinten heran.
Er griff den Körper leise:

„Ich nehme dich mit auf eine Reise“.

Ein kleines Loch
nicht tief und weit
er legte es nieder
verschwand zu zweit.

Die Mutter kam
stand nun am Grab
der Vater fehlte,
der Bruder starb.

Sie bückte sich nieder
begann zu graben
wollte den Leichnam,
die Tochter haben!

Sie nahm ein Messer
stach sich ins Bein
sie drückte es fester
konnte nicht schrei’n.

Aykan
Beiträge: 962
Hausfreund/in




22.02.2008 00:07
RE: Reise am Strand antworten

auch wunderbar dieses Werk von dir...

blume::
LG.Aykan.K



Wicht
Beiträge: 1.533
Treue Seele




27.02.2008 22:44
RE: Reise am Strand antworten

Liebe Anna

Du hast die Thematik sehr gut in deinem Gedicht rübergebracht

dickes Lob

LG

Frank



Arne
Beiträge: 618
Hausfreund/in




28.02.2008 13:32
RE: Reise am Strand antworten

Passend dazu habe ich gerade von Matt Ruff "Bad Monkeys" fertig gelesen.
Ich glaube, jetzt brauche ich ganz dringend einen echten Strand und ein wenig Sonne.

Heftig, Anna, heftig. Dein Stil ist kurz, prägnant, lyrisch genaue Hammerschläge im Takt auf die Birne, bis die brummt. Da will ich nicht von "gefallen" reden, denn gefällig schreibst Du ja gerade nicht, wenn auch wieder so zahm, dass man es gut lesen kann und es einem gerade genug unter die Haut kriecht, um dort seinen Grusel zu entfalten.

Wir dürfen denken, was wir wollen. Die Gedanken sind frei. Das Grundgesetzt garantiert sogar unsere Meinungsfreiheit. Sind unsere Worte denn auch frei? Dann darf ich auch das:

Bitterer Ernst

Zu Plön fünf Brüder starben,
im kalten Kutterland.
Wer schnitt die jungen Garben?
Es war der Mutter Hand.

Lakonisch. Jetzt habe ich es, Du schreibst lakonisch, verbrähmst nichts. Nein, es "gefällt" mir nicht. Aber es ist gut. Ich lese es nicht "mit Vergnügen", aber aufmerksam, nachspürend, grübelnd und interessiert.

Eines Tages, wenn ich soweit bin, schreibe ich vielleicht einmal ein Gedicht. Der Zorn, der Ärger, die Freiheit, Tod, Liebe, Schuld und Sühne, die Du hier skizzierst, sind gute Lehrmeister und ich bin dankbar für Deine Worte.

Danke


der Undichter



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