Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 





“Das




Übersicht | Gedicht des Monats | Suche | Registrieren | Login | Online? | Mitglieder | Landkarte | Kalender | FAQ
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 138 mal aufgerufen
Bei Antworten informieren
 Weinende Haut Sortierung: Alte Beiträge zuerst  
Weinende Haut
Beiträge: 71
Amateur



11.06.2008 15:33
Am Fenster antworten
Am Fenster



Lustlos schaue ich aus dem Fenster

in ein tiefes Schwarz hinein

Erblicke Tränen von Verstorbenen,

die sich in ihrem Glanze immer wieder übertreffen



Doch diese Tränen sind nur Kinder

Geliebte Kinder des Mondes

Vater der Trauer,

der keinen seiner Sterne fallen lassen will



Und doch muss er irgendwann loslassen

Abschied nehmen von all den Dingen,

die man im Leben lieb gewonnen hat

Denn für die Ewigkeit ist nur der Tod bestimmt



Das Schicksal von uns allen

Der Weg in die Ewigkeit

Aber auch der Weg ins Ungewisse,

denn wer mag schon erahnen,

ob der Tod nicht viel versprechender ist

als es das Leben je sein könnte...?



Aber dennoch kämpfen wir

jeden Tag den Kampf,

obwohl er so aussichtslos erscheint



Denn wir sind verloren

in einer Welt, wo das Wort der Wahrheit

längst seine Bedeutung verloren hat

und in einer Welt, wo Menschen

nicht den Ehrgeiz aufbringen etwas zu riskieren,

weil sie die Hoffnung nie kennen gelernt haben



Ich stehe noch immer vor diesem Fenster

Es scheint mich anzusehen

Ich blicke zurück und kann nur einen Feind erkennen

und dabei blicke ich in die Augen meiner Selbst



Traurig und doch wahr stelle ich fest,

dass der Kampf, nichts weiter als ein Spiel,

bereits verloren ist



So bete ich, Tag für Tag und Nacht für Nacht,

zum Todesgott,

auf dass er mich bald holen möge

und ich im hellen Glanze eines Mondkindes

erstrahlen werde



von Dennis Scherler 2005

...das Wissen nimmt uns den Glauben und somit die Träume...

Lunatra
Beiträge: 53
Amateur



11.06.2008 20:08
RE: Am Fenster antworten

gefällt mir sehr gut, ich denke das die beschreibung "melancholisch schön" sehr gut passt. ich weiß nich, ob du bewusst das element fenster eingebaut hast oder intuitiv, aber ich mag das element "fesnter" als metapher sehr und spreche dem eine hohe beduetung zu. ich wieß nich, ob du jemals kafka gelesen hast oder irgendwas von ihm weißt, aber er erwähnt oft das fenster. es ist meistens ein symbol der isolation von gesellschaftlicher interaktionen. betrachtet man das unter dem aspekt, ist dein gedicht einfach,...einfach "melancholisch schön" ;)

acuh wenn das gedicht von harten worten ab und an dominietrt, behält es doch seine eigene philosophie und aussage. gefällt mir gut ;)

Weinende Haut
Beiträge: 71
Amateur



12.06.2008 14:05
RE: Am Fenster antworten

Coole Sache, Du interpretierst Dinge hinein, die so nicht unbedingt geplant waren, aber das ist ja auch toll

Ähm, das Gedicht beruft sich auf eine meiner Klassenfahrten, wo ich in dem Moment allerdings wirklich alleine war und aus dem nächtlichen Fenster geschaut habe...

Zufälle gibts...

...das Wissen nimmt uns den Glauben und somit die Träume...

   Sprung  
Erdbebenkatastrophe Haiti

** Bilder verkleinern ** Kostenlos Bilder hochladen **
Xobor Kostenloses Forum von Homepagemodules.de
Einfach ein eigenes Forum erstellen