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 Karl-Heinz (Schatzgräber) Sortierung: Alte Beiträge zuerst  
schatzgräber
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12.06.2008 17:17
RotRöslein. 6 . Vermischtes. Rückblicke am Bügelbrett antworten

RotRöslein. 6 . Vermischtes. Rückblicke am Bügelbrett.

Immer wieder diese Bügelwäsche.
Da stehe ich nun mit dem heißen Eisen vor dem Bügelbrett … ha, ha, ha, ha…

Mit ihren roten Zöpfen, war sie das schönste Kind,
Und später in der Schule, das klügste noch dazu.
Und wie die schönsten Kinder, und wie die klügsten sind,
Genießen sie das Leben, hoch auf des Gipfels Ruh.

Dahin die Jahre flogen, das Mädchen ward zur Frau.
Mit ihren roten Locken, war sie die schönste Maid.
Und auf den Unibänken, war sie der Glanz im Grau.
RotRöslein ward ihr Name, rücks prägte sie die Zeit.

Ich teilte meine Studentenbude mit Eva. Eva, das taffe Mädchen. Eva ging nach der Uni jobben. Auch schon mal vor der Uni, wenn sie beim Zeitungen austragen aushalf. Nachmittags fuhr sie in die SiemensStadt. Dort hatte sie ´nen festen Nebenjob in der Buchhaltung. Zahlen. Zahlen. Zahlen. Bilanzen. Das war von Anfang an Evas Metiers. Den Job pflegte sie und ließ alles andere dafür liegen. Und ich? Ich war die Schönste, die Klügste und Papas Scheck kam regelmäßig als Belohnung für meine tollen Abschlüsse im Grundstudium. Ich hörte einmal hin. Dann saß der Stoff. Bombenfest. Klausurenfest. Grundstudium abgehakt und …

Ich hatte Peter nicht gehört. Wahrscheinlich stand er schon längere Zeit hinter mir in unserer Bude und schaute mir beim Bügeln zu. Mit Männeraugen hätte es mir wahrscheinlich auch gefallen, so hinter mir zu stehen und mein süßes Kuscheliges so wippen zu sehen. Ich hatte keine Chance. Als mir das Bügeleisen aus der Hand glitt, spürte ich Peters Soldaten schon bis zum Halse. So, jetzt genug davon. Ihr wisst ja schon eine ganze Menge von mir. Vielleicht noch so viel. Nie wieder habe ich so selbstlos gebügelt. Immer hoch an, die Jeans. Und Peter? Und ich? Peter hatte eine feste Zusage von der BASF für Südafrika. Drei Jahre. Ich will euch nicht mit Formalitäten langweilen, die dann zu erfüllen waren. Ich zog mit ihm nach Johannesburg. Scheiß auf Scheck und Studium.

Schnitt. Mein MartinErnstAugustAlbertGerhardUnfall ist ein properes Kerlchen geworden. Und? Natürlich rote Haare und… grüne Augen. Eva ist ganz vernarrt in den Kleinen. Sie war bei der Geburt dabei und von dem Moment an, ist ihre Fürsorge für uns beide nicht mehr zu toppen. Eva meint, dass ich dem MartinErnstAugustAlbertGerhard „die Rechnung präsentieren“ soll. Ich? Ich will mit diesem Spesenficker nichts mehr zu tun haben. Der bekommt es fertig und erzählt dem Jugendamt aus meiner gerade abgelegten Vergangenheit. Und rattz fattz bin ich den kleinen Leon los. Ja, Leon heißt er. Eva meint, dass, wo ich jetzt einen richtigen Arbeitsvertrag mit ihr habe, einen festen Wohnsitz und so weiter, könnte überhaupt nichts passieren. Ich will nicht. Basta. Ende.

Bald wird die Taufe sein. Leon, unser kleiner Löwenpascha, kommt natürlich in seinem schönsten Gewande mit uns mit. Was ich mir wünsche? Ich wünsche mir, dass uns der kleine Löwe zur Taufe im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes ein himmlisches Gebrüll anstimmt und vorsingt und der Alt-Tegeler Gemeinde zeigt, dass sie mit ihm rechnen muss. Angst? Wovor? Auch auf diese Taufe wird wieder ein nächster Morgen folgen.

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