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Dieses Thema hat 11 Antworten
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winni
Beiträge: 1.445
Treue Seele



18.10.2009 13:55
Weiße Häuser antworten

Weiße Häuser

Als die Morgenröte den Himmel
verbrannte -
waren die Jahre der Kindheit
noch rein

Als die Sonne das Dunkel
verbannte -
zogen die ersten Schatten
über das SEIN

Für den, dem unter weißblauem Himmel
die Gischt
kraftlos verlief,
war es ein Spiel

weil nur der, der es wußte,
auch die weißblauen Häuser
umarmte -
leider nicht jedermanns Ziel !

© winni

Lunatra
Beiträge: 53
Amateur



19.10.2009 13:03
RE: Weiße Häuser antworten

Sehr schöne Zeilen, die im Augenblick in meinem Berufsleben ganz gut reinpassen bzw eher zu meinem Klientel.
In deinen kleinen Versen kann ich meine Empathie ganz gut wieder finden und den Unterschied zwischen meinen "Sorgen" und den alltäglichen Gedankengänge von mir und den von meinen Klienten.

Sehr geschickt von dir geschrieben, so dass jeder dazu angehalten werden sollte, für einige Minuten drüber nach zu denken. Denn es lohnt sich ;)

ganz liebe Grüße
Luni

winni
Beiträge: 1.445
Treue Seele



19.10.2009 14:10
RE: Weiße Häuser antworten

Guten Tag, liebe Luni . . .

Danke für dein Geschriebenes, dem ich nur noch hinzufügen will, all das, was uns in der Stille berührt, hat einen Sinn. So nehme ich an, auch die Sätze die sich mir angeboten haben, auf daß ich sie schreibe . . .
Es gibt so viele unwichtige Gedanken die das 'Eigentliche' verdecken.

Nochmals mein Dankeschön für deine lieben Zeilen,
Grüsse,
winni

Taube

20.10.2009 11:39
RE: Weiße Häuser antworten

Guten Tag ihr Zwei!
nachdem ich wiedermal dank Winni dazulernen durfte, was <die Gischt> ist,
kann ich bis Strophe 3 ganz gut folgen, auch entstehen schöne <stille> Bilder...
vermischt mit einem Rauschen ab Strophe drei.
Nur mit der Umarmung der weißblauen Häuser habe ich meine Schwierigkeiten:
Winni, meinst du damit vielleicht das Gleiche wie <kEinen Baum zu planzen>?
Und warum dann im Titel nur die Weißen Häuser?
Bitte helft!
LG Iris

Lunatra
Beiträge: 53
Amateur



20.10.2009 12:56
RE: Weiße Häuser antworten

Danke Winni für dein Feedback,
dass mein Gedachtes mit deinen Worten erneut untermauerte



Hallo Taube, schön was von dir wieder zu lesen :)
In meinen Gedanken ergaben die weißblauen Häuser Wolken. Vielleicht geb' ich das nur so als Stichwort rein, bevor ich mich in Schilderungen und Interpretationen verrenne ;)
(ich hoffe, dass ich nicht zu sehr falsch denke, Winni ?! - wenn ja korrigiere mich und verzeih' es mir )

Ich wünsch euch beiden einen super schönen Tag - vorallem bei so einen tollem Herbstwetter

winni
Beiträge: 1.445
Treue Seele



20.10.2009 14:41
RE: Weiße Häuser antworten

Liebe Iris, liebe Luni . . .

Bedanke mich, in der Freude, die mir von Iris gestellte Aufgabe zu erfüllen. Ob mich die Lösung entbindet, da sie sich eigentlich erst in der letzten Strophe entdecken läßt.

Wie Luni es schon sagte, hatte ich bewußt offen gelassen, welchen Sinn man in den 'weißblauen Häusern' ( die scheinbar nutzlos herumstehen,von den Einen umjubelt, wie von Anderen mißachtet ) erkennt.

Aber eine ganz besondere Spurensuche des Findens beginnt, hier ganz zum Schluß . . .

Wenn jemand dich, liebe Iris, fragte, in einem schnellfahrenden Zug: ' Haben sie gesehen, wie der Baum seine Blätter nach uns geworfen hat?' Vielleicht würdest du antworten: 'Ja, Ja, es ist eben Herbst.' Und als wäre es zu dieser ERKLÄRUNG, ohne Nachzudenken, gekommen, verblüfft es den Fragenden nicht . . .

Die letzte Strophe des hiesigen Gedichtes, versucht, richtig gelesen, das Geheimnis zu lüften - -

nämlich: (zusammen mit der dritten)

Für den, dem unter weißblauem Himmel
die Gischt
kraftlos verlief,
war es ein Spiel
weil nur der, der es wußte,
auch die weißblauen Häuser
umarmte -
leider nicht jedermanns Ziel ! - - - eben, " nur für den "

Ich weiß, ich hätte durch die Zeichensetzung andere Erkenntnisse wachsen lassen können, aber wollte ich DAS ?

Ob es alles erklärt (?) - da rutschen schon wieder die Fragezeichen mit dem HÄTTE um die Wette. Aber so ist das Leben, man lebt ohne gefragt zu haben und nicht worden zu sein und tut, als wüßte man es nicht und umarmt aus Langeweile 'weißblaue Häuser' .- - .

Manche meinen, dieses seien völlig unwichtige Gedanken, man betrachtet sie als solche, aber ich will es nicht ganz genau sagen, was ich mir dabei gedacht habe . . .

Ich habe mich gefreut mit euch korrespondieren zu dürfen und wünsche euch Beiden noch ein schönen Tag und einen angenehmen Abend,

Liebe Grüsse,
winni

Taube

20.10.2009 20:31
RE: Weiße Häuser antworten

Nee, nee lieber Winni,
so leicht kommst du mir nicht davon!
Denn "ja, ja..." heißt: Leck mich am A... und
diese Antwort kann bei dieser Frage den Fragenden auch gar nicht verplüffen ;))

aber zurück zu deinem Gedicht: Die richtige Lesbarkeit
kannst du sooo schlauen Mädels wie Luni und mir schon zutrauen *ja ja ;)*
zumal du sie durch Versaufbau und Reimschema vorgibst.
Das kraftlose Spiel, welches nicht jedermanns Ziel ist,
kam schon sehr deutlich rüber, wenn man es auch andersherum sehen könnte:
dass es "nur für den", der es wußte, das Spiel war,
der andere aber ein ganz anderes Ziel verfolgte.

so jedenfalls meine Interpretation. eben nur die weißblauen Häuser:
hier hilft vielleicht wirklich das Bild von Luni,
die aufgetürmten Wolken am Himmel umarmen.
Würde dann für mich auch wieder schlüssig werden,
für den, der es wusste, das mit dem Spiel,
wusste natürlich auch, das es ihm keine Kraft geben würde,
sondern nur aufgeblähter Schaum ist, der sich legt...
der andere hingegen, umarmte den Himmel... mit den weißblauen Häusern,
oder die weißblauen HÄUSER gebaut auf dem Fundament des Himmel...

was mich jetzt (!) im nachhinein wirklich stört,
und jetzt folgt eine Kritik, lieber Winni,
ist das Ausrufezeichen.
Zum einen finde ich es im gewählten Vers mit >leider<
völlig fehl am Platz, es beißt sich förmlich,
zum anderen schrenkt es die Interpretationen,
die völlig eigenen Geschichten der Leser zu diesem Bild, ein
und zum dritten, aber das ist dir ja net neu ;)
mag ich sie eh nicht, die Ausrufezeichen...
Sie wirken immer wie ein erhobener Zeigefinger...
und das sollte Lyrik nicht sein...

Lieber Gruß,
Iris


winni
Beiträge: 1.445
Treue Seele



20.10.2009 22:46
RE: Weiße Häuser antworten

Liebe Iris, die Gewalt rhytmischer Verwerfungen, erläßt dem Rezensenten nicht die Gegenargumentation. Doch die abgehandelten Reserven, im Sinne des Umbruchs, läßt bei dir ein 'AUSRUFEZEICHEN' einfach nicht zu . . .

Wie soll ich, z.B. eine private Allergie als 'Kampfmittel' bewerten, wenn sie schon als Krankheit behandelt wird ?

Und wenn ich weiß, daß ich im schriflichen Gespräch mit dir, kein 'Ausrufezeichen' verwenden darf, dann ist es schon in der Behauptung, als Mittel des Ausdrucks, von dir nicht zugelassen.

Aber des Ernstes unserer Bemühungen eingedenk, müßte einer von uns auf etwas verzichten, was von den anderen Lesern, aufmerksam verfolgt, fehlt.

Die Übersichtlichkeit des Duden ließe vielleicht stattdessen zu, im Einverständnis aller, Satzzeichen wegzulassen.

Nun, liebe Iris, ich meine, was dich wirklich stört, ist eine allergisch/physiologische Reaktion, die dir, in dieser Hinsicht, den Sieg verwehrt, es fehlt eben ein Zeichen!

Wir rechnen auch den Zeigefinger der Hand zu, das Weglassen erleichterte den Kampf nicht.

Wenn es dir 'leider' nichts sagt, dann magst du es eben nicht, wie dem auch sei (- ! -) aber wenn, z.B. ein Strichpunkt geschrieben wird, mußt du ihn auch akzeptieren.

Ich hatte eigentlich mit soviel 'Stellungnahme' nicht gerechnet, darum ist meine Bewunderung auch riesengroß . . .

Ein Dankeschön mit herzlichen Grüssen,

winni


Taube

21.10.2009 09:14
RE: Weiße Häuser antworten

Gut Winni,

nachdem ich nun noch einmal den Duden zur Hilfe nahm
(und du dich vielleicht dazu entschließen könntest,
den letzten Vers der vierten Strophe groß zu beginnen:
>>Leider nicht jedermanns Ziel!<<)
kann ich mich geschlagen geben.

Und ich fand es durchaus hilfreich,
sich auf diese Weise
wieder einmal mit der Interpunktion und deren (Nicht-)Verwendung
in Gedichten auseinanderzusetzen.

Und nun bitte ich dich,mir noch zu verraten,
warum du für den Titel >> weiße Häuser <<
verwendest.

Liebe Grüße,
Iris


winni
Beiträge: 1.445
Treue Seele



21.10.2009 10:15
RE: Weiße Häuser antworten

Liebe Iris, einen guuten Morgen und einen schönen Tag, sei dir geschenkt. Danke dir für diese Replik. Ja, das ist eine gute Frage, die auch voll berechtigt ist. Ich habe die weißen Häuser aus der Erinnerung als Titel gewählt, weil ich die bebaute Küste in der Bucht von Neapel im Geiste vor mir hatte.
Diese Häuser erschienen alle aus der Ferne weiß, kam man aber in ihre Nähe, zeigte sich, daß sie auch andere Farben zusätzlich trugen.
Ich hielt es für vergleichbar. Wie bei den Menschen, aus der Ferne sind sie alle gleich, kommt man ihnen aber näher, zeigen sie erst, wie die Häuser, daß sie auch noch andere 'Seiten' haben und keineswegs nur angenehme.

Es kommt vielleicht nicht so streng heraus, wie es von mir in dem Abschnitt erdacht gewesen war.- ....doch weil nur er (auch ich) es wußte, daß es nicht nur weiße, sondern auch 'weißblaue' 'weinrote' oder, oder, Häuser gibt, nimmt er auch schon mal ein solches, siehe,
wie im vorigen Satz beschrieben . . . zur Frau . . . oder Mann.

Weiß sieht alles nur aus der Ferne aus, wenn man näher gekommen ist, ist es durchaus 'farbiger' wie hier 'weißblau' -

Wenn du kannst, dann verzeih mir, daß ich soviel nicht gesagt habe. Es wäre ein endloses Gedicht geworden wenn ich alle meine Gedanken
da hinein gesteckt hätte.
Es war halt nur die Darstellung, daß der Mensch beim Näherkommen ( wenn er es merkt ) in Wahrheit nicht sein Ziel gewesen ist.

Aber die Eindrücke lassen auch Erklärungen zu, die es mit den Wolken haben und beim Festhalten zerplatzen, wie Luni es angedeutet hat.

Meine guten Wünsche begleiten dich in den Tag und ich hoffe, ich konnte einiges erklären. So enttarnen sich weiße Häuser beim Näherkommen, sie können aber auch andere Farben tragen.

Gruß,
winni

Taube

21.10.2009 12:13
RE: Weiße Häuser antworten

Hallo lieber Winni,

siehst du, das ist das, was mich an Lyrik immer so fasziniert:
Ein Roman erzählt eine Geschichte. Lyrik hingegen erzählt
viele Geschichten, immer mit dem Eingang, die der Verfasser vorgibt
und mit dem Ausgang, den der Leser mit seiner Sicht und Befindlichkeit
mit hineinnimmt.

Und wirklich gut ist für mich ein Text, wenn er ein Gefühl hinterlässt,
das mich nicht mehr loslässt oder wenn es mich anhält, um darüber
nachzudenken und zu philosophieren.

Hat Spaß gemacht.

LG Iris

winni
Beiträge: 1.445
Treue Seele



21.10.2009 16:54
RE: Weiße Häuser antworten

Iris,
sehr gut formuliert,
bin d'accord.

Guten Abend!
winni

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